H. H. Holmes
- Serienmörder — Chicago , USA
- Aktive Jahre
- 1888–1894
Herman Webster Mudgett, besser bekannt unter seinem Alias H. H. Holmes, wurde am 16. Mai 1861 in Gilmanton, New Hampshire, geboren und am 7. Mai 1896 im Moyamensing-Gefängnis in Philadelphia gehängt. Gerichtlich zweifelsfrei nachgewiesen wurden ihm neun Morde, die er in einem eigens dafür umgebauten Gebäude in Chicago beging, das die Presse später als „Mordschloss” bezeichnete. Er gilt als einer der ersten ausführlich dokumentierten Serienmörder der amerikanischen Geschichte.
Werdegang
Er besuchte die Phillips Exeter Academy sowie die Gilmanton Academy, studierte kurz an der University of Vermont und schloss 1884 sein Medizinstudium an der University of Michigan ab. Nach mehreren Anstellungen im Gesundheitswesen und ersten Versicherungsbetrügereien zog er 1886 unter dem Namen H. H. Holmes nach Chicago.
Zwischen 1887 und 1892 ließ er an der Ecke South Wallace Street und West 63rd Street in Chicago-Englewood ein dreistöckiges Gebäude errichten, das im Erdgeschoss eine Drogerie beherbergte und in den oberen Stockwerken angeblich als Hotel für Besucher der Weltausstellung von 1893 diente. Tatsächlich ließ er das Gebäude mit schalldichten Kammern, Rutschen zum Keller und einem Ofen ausstatten. Die reißerische Presse dichtete dem Bau später zusätzliche, nie belegte Details wie geheime Foltergänge und Krematorien an, was den Mythos um das „Mordschloss” bis heute nährt.
Taten
Gerichtlich zweifelsfrei nachgewiesen wurden ihm die Morde an seinem Geschäftspartner Benjamin Pitezel sowie an drei von dessen Kindern, Alice, Nellie und Howard, die er 1894 auf einer gemeinsamen Flucht durch mehrere US-Bundesstaaten und Kanada tötete, nachdem er zuvor einen gemeinsamen Versicherungsbetrug eingefädelt hatte. Er selbst gestand später 27 Morde, von denen jedoch nur acht als bestätigt und ein weiterer als wahrscheinlich gelten. Zeitgenössische Presseberichte spekulierten mit bis zu 200 Opfern, überwiegend junge Frauen, die im Mordschloss verschwunden sein sollen, überprüfbare Beweise dafür fehlen jedoch bis heute weitgehend.
Ermittlung und Festnahme
Die Pinkerton-Detektei verfolgte seine Spur nach dem Verschwinden der Pitezel-Kinder von Philadelphia bis Boston, wo er am 17. November 1894 festgenommen wurde. Erst die anschließende Durchsuchung seines Gebäudes in Chicago brachte die versteckten Kammern und Rutschen ans Licht und lieferte die Grundlage für den einen der aufsehenerregendsten Kriminalfälle seiner Zeit.
Prozess
Im Oktober 1895 wurde er wegen des Mordes an Benjamin Pitezel angeklagt, der Prozess endete am 30. November 1895 mit dem Todesurteil.
Hinrichtung und Nachwirkungen
Er wurde am 7. Mai 1896 im Moyamensing-Gefängnis in Philadelphia gehängt. Der Fall prägte maßgeblich das amerikanische Bild des heimtückischen, äußerlich unauffälligen Serienmörders und wurde seither zahlreich literarisch verarbeitet, unter anderem in Erik Larsons Bestseller „The Devil in the White City” über die Weltausstellung von 1893.