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Herbert Mullin

Polizeifoto von Herbert Mullin, California Department of Corrections, um 1973
California Department of Corrections, via Wikimedia Commons · Public Domain (PD-California)
13
Opfer
verstorben
SerienmörderSanta Cruz , USA
Aktive Jahre
1972–1973
Modus Operandi
ErschießenErstechen

Herbert Mullin tötete zwischen Oktober 1972 und Februar 1973 in und um Santa Cruz, Kalifornien, 13 Menschen unterschiedlichsten Alters und Hintergrunds. Getrieben von einer paranoiden Schizophrenie glaubte er wahnhaft, mit jedem Mord ein verheerendes Erdbeben in Kalifornien verhindern zu können. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und starb 2022 im Gefängnis.

Werdegang

Er wurde am 18. April 1947 in Salinas, Kalifornien, geboren und galt an seiner Highschool als vielversprechender Schüler, der zum „wahrscheinlich erfolgreichsten” Absolventen gewählt wurde. Der Tod eines engen Freundes 1965 erschütterte ihn tief, im Alter von 16 Jahren begannen sich erste Anzeichen einer paranoiden Schizophrenie zu zeigen. 1967 schloss er ein Studium am Cabrillo College ab, zwischen 1969 und Beginn seiner Taten wurde er fünfmal in psychiatrische Kliniken eingewiesen, LSD-Konsum beschleunigte nach späteren Einschätzungen den Verlauf seiner Erkrankung. Er entwickelte den wahnhaften Glauben, der Vietnamkrieg habe genügend amerikanische Todesopfer als „Blutopfer” für die Natur geliefert, um schwere Erdbeben zu verhindern, als sich die USA Ende 1972 aus dem Krieg zurückzogen, hielt er sich selbst für verpflichtet, durch weitere Tötungen ein katastrophales Erdbeben abzuwenden.

Kriminelle Aktivitäten

Am 13. Oktober 1972 erschlug er den 55 Jahre alten Landstreicher Lawrence White mit einem Baseballschläger. Am 24. Oktober 1972 erstach er die 24 Jahre alte Studentin Mary Guilfoyle. Am 2. November 1972 schlug und erstach er den 64 Jahre alten Priester Henri Tomei während einer Beichte. Am 25. Januar 1973 erschoss und erstach er gleich fünf Menschen: seinen früheren Bekannten Jim Gianera (25) und dessen Frau Joan (21) sowie kurz darauf die Nachbarn Kathy Francis (29) und ihre beiden Söhne Daemon (4) und David Hughes (9). Am 10. Februar 1973 erschoss er vier campende Jugendliche im Wald. Am 13. Februar 1973 erschoss er schließlich den 72 Jahre alten Fred Perez direkt vor Zeugen.

Namentlich bekannte Opfer (chronologisch):

  1. Lawrence „Whitey” White (55), erschlagen am 13. Oktober 1972
  2. Mary Margaret Guilfoyle (24), erstochen am 24. Oktober 1972
  3. Henri Tomei (64), Priester, erschlagen und erstochen am 2. November 1972
  4. Jim Gianera (25), erschossen am 25. Januar 1973
  5. Joan Gianera (21), seine Frau, erschossen/erstochen am 25. Januar 1973
  6. Kathy Francis (29), erschossen/erstochen am 25. Januar 1973
  7. Daemon Francis (4), ihr Sohn, erschossen/erstochen am 25. Januar 1973
  8. David Hughes (9), erschossen/erstochen am 25. Januar 1973
  9. David Oliker (18), erschossen am 10. Februar 1973
  10. Robert Spector (18), erschossen am 10. Februar 1973
  11. Brian Scott Card (19), erschossen am 10. Februar 1973
  12. Mark Dreibelbis (15), erschossen am 10. Februar 1973
  13. Fred Perez (72), erschossen am 13. Februar 1973

Ermittlung und Festnahme

Ein Zeuge beobachtete, wie er Fred Perez am 13. Februar 1973 offen auf der Straße erschoss, und notierte sein Kennzeichen. Die Polizei stellte ihn kurz darauf, er ließ sich widerstandslos festnehmen.

Prozess

Der Prozess begann am 30. Juli 1973. Die Anklage argumentierte für vorsätzlichen Mord, die Verteidigung verwies auf seine wahnhaften Motive. Nach 14 Stunden Beratung wurde er wegen zweier Fälle von Mord ersten Grades und acht Fällen von Mord zweiten Grades schuldig gesprochen, im Dezember 1973 bekannte er sich zudem im Fall des Priesters Henri Tomei des Totschlags schuldig. Er wurde zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf Bewährung verurteilt.

Nachwirkungen

Zwischen 1980 und seinem Tod wurde ihm achtmal die Bewährung verweigert. Er starb am 18. August 2022 im Alter von 75 Jahren an natürlichen Ursachen in der California Health Care Facility in Stockton. Sein Fall wird bis heute häufig neben dem des zeitgleich in derselben Region aktiven Edmund Kemper als Beispiel dafür angeführt, wie unbehandelte schwere psychische Erkrankungen zu extremer Gewalt führen können.