Henry John Burnett
- Aktive Jahre
- 1963
- Modus Operandi
- ErschießenEntführung
Als Thomas Guyan an jenem Maiabend die Küchentür seiner Wohnung öffnete, stand ihm ein 21-Jähriger mit geladener Schrotflinte gegenüber. Ein Schuss aus nächster Nähe traf ihn ins Gesicht. Der Schütze war der Liebhaber seiner Frau, und die Tat sollte ihn wenige Wochen später zum letzten Menschen machen, der in Schottland gehängt wurde.
Werdegang
Henry John Burnett wurde am 5. Januar 1942 geboren und lebte als junger Mann in Aberdeen. Er hatte eine Affäre mit Margaret May Guyan begonnen, der Ehefrau des Handelsmatrosen Thomas Guyan. Als Margaret ihm mitteilte, sie wolle die Beziehung beenden und zu ihrem Mann zurückkehren, reagierte er mit einer Mischung aus Eifersucht und Verzweiflung, die in offene Gewalt umschlug.
Die Tat
Am 31. Mai 1963 stahl er eine Schrotflinte aus dem Haus seines Bruders und begab sich zur Wohnung der Guyans in der Jackson Terrace in Aberdeen. Als Thomas Guyan die Küchentür öffnete, feuerte er ihm aus kurzer Distanz ins Gesicht, der Mann starb noch am Tatort. Anschließend zwang er Margaret unter vorgehaltener Waffe, mit ihm zu fliehen, und entwendete zusätzlich ein Auto. Die Polizei verfolgte den Wagen über rund 15 Meilen, bis er sich nahe der Ortschaft Ellon widerstandslos festnehmen ließ.
Prozess
Der Prozess fand vom 23. bis 25. Juli 1963 vor dem Hohen Gerichtshof in Aberdeen statt. Die Verteidigung berief sich auf verminderte Zurechnungsfähigkeit und ließ drei Psychiater aussagen, die ihm psychopathische Züge attestierten und eine psychiatrische Begutachtung anstelle der Todesstrafe empfahlen. Die Anklage entkräftete diese Argumentation, und die Geschworenen benötigten nach der Verhandlung nur 25 Minuten, um Henry John Burnett des Mordes für schuldig zu befinden.
Hinrichtung
Am 15. August 1963 wurde er im Craiginches-Gefängnis in Aberdeen von Henker Harry Allen gehängt, auf einem erst 1962 neu errichteten Galgen. Es war die erste Hinrichtung in Aberdeen seit 1891 und zugleich die letzte, die in ganz Schottland je vollstreckt wurde.
Nachwirkungen
Die Hinrichtung fiel in die Endphase der britischen Todesstrafe, die 1965 für Mord de facto und 1969 endgültig abgeschafft wurde. Seine sterblichen Überreste wurden 2014 exhumiert und eingeäschert, als das seit 1891 bestehende Craiginches-Gefängnis nach seiner Schließung abgerissen wurde.