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Henri Charrière

Henri Charrière 1971 in seinem Haus in Caracas
Wikimedia Commons · Public Domain
1
Opfer
verstorben
TotschlägerParis , Frankreich
Aktive Jahre
1930
Modus Operandi
Erschießen

Henri Charrière wurde am 16. November 1906 in Saint-Étienne-de-Lugdarès in der Ardèche geboren. Unter dem Spitznamen „Papillon” wurde er 1931 wegen des Mordes an einem Pariser Zuhälter zu lebenslanger Zwangsarbeit in der Strafkolonie Französisch-Guayana verurteilt, eine Tat, die er bis zu seinem Tod 1973 bestritt. Nach mehreren Fluchtversuchen erreichte er 1945 die Freiheit und wurde später mit seinem autobiografischen Bestseller „Papillon” weltberühmt.

Werdegang

Vor seiner Verhaftung lebte er in den Pariser Unterweltkreisen und stand nach eigenen späteren Angaben unter anderem in Kontakt zur Polizei als Informant, während er gleichzeitig von den Einkünften seiner Freundin aus der Prostitution lebte.

Die Tat

In der Nacht zum 26. März 1930 wurde in Paris der als Zuhälter tätige Roland Legrand, öffentlich als Fleischer geführt und im Milieu unter dem Namen „Roland le Petit” bekannt, durch einen Schuss in den Bauch schwer verletzt. Er starb am folgenden Tag und soll seinen Angreifer noch mit dem Wort „Papillon” bezeichnet haben. Henri Charrière bestritt zeitlebens jede Beteiligung an der Tat. Der Journalist Georges Ménager kam in einem 1970 veröffentlichten Buch zu dem Schluss, dass mehrere Zeugen ihn belastet hätten, während andere Stimmen vermuteten, er habe den wahren Täter gekannt, dessen Namen aber nie preisgegeben.

Ermittlung und Prozess

Er wurde am 7. April 1930 verhaftet und bestritt die Tat energisch. Der Prozess endete am 26. Oktober 1931 mit seiner Verurteilung zu lebenslanger Zwangsarbeit, obwohl weder unmittelbare Tatzeugen noch eindeutige Beweise vorlagen.

Strafkolonie und Flucht

1933 wurde er nach Französisch-Guayana verschifft und unternahm dort nach eigener Darstellung mehrere Fluchtversuche, unter anderem über die Teufelsinsel. Im Herbst 1944 gelang ihm die endgültige Flucht nach Britisch-Guayana, im Oktober 1945 erhielt er die venezolanische Staatsbürgerschaft. In Venezuela baute er sich ein neues Leben auf, heiratete 1952 und eröffnete ein Restaurant.

Der Bestseller „Papillon” und seine Zweifel

1969 veröffentlichte er unter dem Titel „Papillon” seine Lebenserinnerungen, die zum internationalen Bestseller wurden und 1973 mit Steve McQueen in der Hauptrolle verfilmt wurden. 1972 folgte der zweite Band „Banco”. Jahre nach seinem Tod erhob der frühere Mithäftling Charles Brunier 2005 den Vorwurf, große Teile der im Buch erzählten Erlebnisse habe nicht Henri Charrière selbst durchlebt. Vielmehr habe er sie von anderen Häftlingen wie Charles Brunier geschildert bekommen und für sein Buch übernommen. Charles Brunier verwies dabei auch auf eine mit der Romanfigur identische Schmetterlings-Tätowierung.

Nachwirkungen

Henri Charrière starb am 29. Juli 1973 in Madrid an Kehlkopfkrebs. Ob er den Mord, für den er verurteilt wurde, tatsächlich begangen hat, gilt bis heute als ungeklärt, die Wahrheit über die Tatnacht von 1930 starb mit ihm.

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