Hendrik Vyt
- Mörder — Schaarbeek , Belgien
- Aktive Jahre
- 2002
- Modus Operandi
- ErschießenEinbruchBrandstiftung
Hendrik Vyt erschoss am 7. Mai 2002 in Brüssel aus rassistischen Motiven seine Nachbarn Ahmed Isnasni und Habiba El Hajji in deren Wohnung und verletzte zwei ihrer Kinder, bevor er das Wohnhaus in Brand setzte und selbst an einer Rauchvergiftung in dem von ihm gelegten Feuer starb. Die Tat gilt als eines der bekanntesten rassistisch motivierten Tötungsdelikte der belgischen Nachkriegsgeschichte.
Werdegang
Er wurde 1923 geboren und lebte allein mit seinem Hund im Brüsseler Stadtteil Schaarbeek. Er war Anhänger der rechtsextremen Partei Vlaams Blok und mit Johan Demol verwandt, einem bekannten Funktionär dieser Partei und ehemaligen Polizeikommissar von Schaarbeek. Gegen ihn selbst lagen bereits vor der Tat zahlreiche Beschwerden vor, unter anderem wegen Gewaltdelikten.
Die Tat
Zwei Tage vor der Tat war der französische Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich gescheitert, einen Tag zuvor hatte Volkert van der Graaf den niederländischen Politiker Pim Fortuyn erschossen. Nach Zeugenaussagen soll er daraufhin geäußert haben, da es „mit Le Pen nicht funktioniert” habe, müsse man „den Krieg selbst führen”. In der Nacht zum 7. Mai 2002 brach der 79-Jährige gegen vier Uhr morgens in die im Stockwerk unter ihm gelegene Wohnung seiner marokkanischstämmigen Nachbarn ein und erschoss die Eltern Ahmed Isnasni (47) und Habiba El Hajji (45) mit einer 9-mm-Pistole. Zwei ihrer Kinder, Yassine (11) und Walid (6), wurden dabei verletzt und versteckten sich im Badezimmer, ein Nachbar rettete sie später über eine Leiter. Die ältere Tochter Kenza und ein weiterer Sohn konnten aus der Wohnung fliehen. Anschließend verteilte er Benzin in seiner eigenen Wohnung und legte Feuer.
Tod und Nachwirkungen
Er starb noch am selben Morgen an einer Rauchvergiftung in dem von ihm selbst gelegten Brand. Die Tat wurde von belgischen Behörden und Medien eindeutig als rassistisch motiviertes Verbrechen eingeordnet und löste landesweit Bestürzung aus. Die überlebende Tochter Kenza Isnasni setzt sich seither öffentlich gegen Rassismus ein und erinnert wiederkehrend an die Ermordung ihrer Eltern.