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Hans van Zon

genannt „Bleirohr-Mörder"

Hans van Zon wird am zweiten Verhandlungstag seines Prozesses 1969 unter Bewachung zum Gerichtssaal geführt
Nationaal Archief / Anefo, Fotograf Jack de Nijs · CC0 1.0
3
Opfer
„Bleirohr-Mörder"
verstorben
SerienmörderAmsterdam , Niederlande
Aktive Jahre
1967

Eine überlebende Frau konnte Hans van Zon identifizieren und brachte die Ermittler 1967 auf seine Spur. Das Utrechter Gericht sprach ihn später in drei von vier angeklagten Mordfällen schuldig, wie ein zeitgenössischer Datensatz des Nationaal Archief festhält.

Werdegang

Wer ihn vor den Taten kannte, beschrieb Hans van Zon als ordentlichen, intelligenten jungen Mann, der ein Doppelleben führte. In den Jahren vor seiner Festnahme geriet er in Kontakt mit dem Kleinkriminellen Nol Rietbergen, genannt „Ouwe Nol“, der ihn bei mehreren Raubüberfällen anleitete. Aus diesen Überfällen, die auf Bereicherung zielten, entwickelte sich eine Serie tödlicher Gewalttaten.

Taten

Am 29. April 1967 erschlug er die 37 Jahre alte Coby van der Voort nach dem Ende einer Beziehung mit dem Bleirohr, sexuell misshandelte sie und verstümmelte die Leiche zusätzlich mit einem Messer. Am 31. Mai 1967 raubte und tötete er den 80 Jahre alten Feuerwerksladenbesitzer Jan Donse, am 12. August 1967 den Landwirt beziehungsweise Milchmann Reijer de Bruijn, dessen Schädel er mit dem Bleirohr zertrümmerte. Bei einem weiteren Überfall auf die Witwe Dora Woortmeijer überlebte das Opfer den Angriff und konnte ihn später als Täter identifizieren. Zwei ältere, ihm ebenfalls zugeschriebene Taten aus den Jahren 1964 und 1965, die Tötung von Elly Segov und des Filmregisseurs Claude Berkeley, gelten bis heute nur als Verdachtsfälle und wurden nie gerichtlich bewiesen.

Ermittlung, Festnahme und Prozess

Die Identifizierung durch die überlebende Dora Woortmeijer brachte die Ermittler auf seine Spur. Prozess und Urteil werden in den Quellen uneinheitlich datiert, mutmaßlich fand die Hauptverhandlung im März 1969 statt. Er wurde für unzurechnungsfähig erklärt und wegen mehrfachen Mordes sowie eines Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt.

Nachwirkungen

Anders als es der bloße Blick auf sein Todesjahr nahelegt, saß Johannes Marinus van Zon nicht bis zu seinem Tod in Haft: Das lebenslange Urteil wurde später in eine Haftstrafe von 28,5 Jahren mit Reduktion für gute Führung umgewandelt, sodass er bereits Anfang 1986 entlassen wurde. Er heiratete anschließend die Therapeutin Riet van der Brink und lebte als freier Mann, kämpfte in dieser Zeit aber mit Alkoholismus. Daran starb er am 11. Mai 1998. Sein Fall wurde später mehrfach literarisch und im niederländischen True-Crime-Journalismus aufgearbeitet.

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