Hans Husselmann
- Aktive Jahre
- 1988
- Modus Operandi
- ErschießenErstechenStumpfe Gewalt
DNA eines Opfers wurde in Hans Husselmanns Wohnung gefunden, seine eigene DNA auf einem Brief zum Mordfall Juanita Mabula. Der wegen zweier Morde von 1988 verurteilte Mann starb jedoch 2007, bevor der Verdacht im Fall B1-Butcher gerichtlich geprüft werden konnte. Die Polizei erklärte die Beweislage ausdrücklich für nicht abgeschlossen.
Die Morde von 1988
Über sein frühes Leben ist wenig bekannt. Am 31. Mai 1988 erschoss er in der Nähe von Rehoboth-Kalkrand einen jungen Farmer mit drei Schüssen in den Kopf, raubte ihn aus und steckte anschließend dessen Fahrzeug in Brand. Gegen Kaution auf freiem Fuß, tötete er nur einen Monat später, am 30. Juni 1988, einen älteren Nachtwächter eines Hotels in Rehoboth. Er erstach, schlug und trat den Mann zu Tode.
Prozess und Haft
Am 8. Juni 1989 verurteilte ihn ein Gericht wegen der beiden Morde sowie wegen Raubes und Sachbeschädigung. Für den ersten Mord erhielt er lebenslange Haft, für den zweiten weitere 14 Jahre, hinzu kamen zwei Jahre für die Nebendelikte. Sein junges Alter zur Tatzeit bewahrte ihn vor der Todesstrafe. Im Windhoek Central Prison entwickelte er sich zu einem Musterhäftling: Er holte seinen Schulabschluss nach, absolvierte Kurse in Recht, Sicherheitsmanagement, Religion und Erster Hilfe, wurde selbst zum Ersthelfer-Ausbilder für andere Insassen und ließ sich zusätzlich zum Schlosser und Dreher ausbilden. Nach vierzehneinhalb Jahren Haft kam er am 6. Februar 2004 auf Bewährung frei und arbeitete anschließend als Ausbilder für Schlosserei und Drehtechnik am Windhoek Vocational Training Centre.
Verdacht im Fall B1-Butcher
Zwischen 2005 und 2007 wurden in und um Windhoek mindestens fünf Frauen ermordet und zerstückelt, verübt von einem bis heute nicht identifizierten Täter, den die Presse „B1-Butcher” nannte (siehe B1-Butcher). Im Zuge der Ermittlungen fand die Polizei DNA-Spuren der 2007 getöteten Sanna Helena Garoës in der Wohnung und an einer Jacke von Hans Husselmann, außerdem seine eigene DNA auf einem anonymen, an die Polizei gerichteten Brief zum Mordfall der 2005 getöteten Juanita Mabula. Die Ermittler stuften die Beweislage dennoch als nicht eindeutig ein und konnten nicht ausschließen, dass die Spuren nachträglich platziert worden waren.
Tod
Am Dienstag, dem 19. Juni 2007, wurde Hans Husselmann gegen die Mittagszeit erhängt in seiner Wohnung in der Pavlov Street im Windhoeker Stadtteil Windhoek West aufgefunden. In einem Abschiedsbrief schrieb er, er sei niemandem böse, seine Entscheidung sei „eine Sache zwischen ihm und Gott allein”. Seine Schwester berichtete später, sie habe zuvor weder Anzeichen von Depression noch finanzielle Probleme bei ihm bemerkt, er hinterließ einen kleinen Sohn. Da nach seinem Tod keine weiteren zweifelsfrei dem B1-Butcher zugeordneten Taten bekannt wurden, gilt er unter Ermittlern bis heute als einer der wahrscheinlichsten Verdächtigen, eine gerichtsfeste Bestätigung blieb jedoch aus. Manche Ermittler hielten es zeitweise auch für möglich, dass hinter dem B1-Butcher kein Einzeltäter, sondern ein Haupttäter mit mehreren Nachahmern steckte.