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Guy Georges

genannt „Die Bestie von Bastille"

Schwarz-weißes Passfoto von Guy Georges aus den 1980er Jahren
Stéphane Ruet (Führerscheinfoto), via Wikimedia Commons · Public Domain
7
Opfer
„Die Bestie von Bastille"
inhaftiert
SerienmörderParis , Frankreich
Aktive Jahre
1991–1997

Drei Jahre lang lag die entscheidende DNA-Spur bereits in den Ermittlungsakten. Erst 1998 führte sie zur Festnahme von Guy Georges, der zwischen 1991 und 1997 sieben junge Frauen in Paris vergewaltigt und getötet hatte. Das französische Rundfunkarchiv INA dokumentiert den Prozessbeginn wegen der sieben Morde und vier weiterer ähnlicher Angriffe.

Werdegang

Sein amerikanischer Vater, ein NATO-Soldat, und seine französische Mutter gaben ihn als Kleinkind zur Adoption frei. Das französische Sozialamt nahm ihn zunächst auf, mit sechs Jahren wurde er von der Familie Morin adoptiert, die bereits sieben eigene und mehrere weitere Adoptivkinder hatte. Nach Einschätzung späterer Gutachter fehlten ihm in dieser Umgebung die Liebe, Aufmerksamkeit und Stabilität, die er gebraucht hätte.

Frühe Gewalttaten

Bereits mit 14 Jahren griff er 1976 eine seiner Adoptivschwestern an und versuchte, sie zu erwürgen. In den folgenden Jahren folgten weitere Übergriffe auf Frauen in seinem Umfeld, darunter 1981 eine Vergewaltigung mit Messerstichen und 1982 ein weiterer Strangulationsversuch nach einer Vergewaltigung. Für diese Taten wurde er wiederholt verurteilt und verbrachte insgesamt mehrere Jahre in Haft, wurde jedoch immer wieder entlassen.

Die Morde

Zwischen Januar 1991 und November 1997 vergewaltigte und tötete er in Paris sieben Frauen im Alter von 19 bis 33 Jahren, unter ihnen die Sorbonne-Studentin Pascale Escarfail, die niederländische Architektin Agnes Nijkamp und mehrere weitere junge Frauen wie Catherine Rocher, Elsa Benady, Hélène Frinking, Magalie Sirotti und Estelle Magd. Er verfolgte seine Opfer oft tagelang, verschaffte sich unter einem Vorwand Zugang zu ihren Wohnungen oder lauerte ihnen in Tiefgaragen auf, fesselte sie ans Bett und tötete sie meist durch Erwürgen oder mit Messerstichen.

Festnahme

Am 27. März 1998 wurde er in Montmartre festgenommen, am Ende der bis dahin größten Fahndung der französischen Kriminalgeschichte. Entscheidend war ein DNA-Abgleich, der ihn mit vier Tatorten sowie einem versuchten Übergriff verband, obwohl seine DNA bereits seit drei Jahren in den Akten der Ermittler vorlag, ohne dass jemand die Übereinstimmung bemerkt hatte.

Prozess

Der Prozess begann am 19. März 2001 und dauerte drei Wochen, mit rund 50 Zeugen, darunter vier Frauen, die frühere Übergriffe überlebt hatten, sowie 15 Sachverständigen. Zunächst plädierte er auf nicht schuldig, nach acht Tagen brach er jedoch zusammen und gestand unter Tränen. Psychiater diagnostizierten einen narzisstischen Psychopathen, der nach ihrer Einschätzung nicht von seinem Tötungsdrang geheilt werden könne. Am 5. April 2001 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

Nachwirkungen

Vor der Urteilsverkündung deutete er selbst einen möglichen Suizid an und erklärte, die Strafe des Gerichts sei nichts gegen die, die er sich selbst auferlegen werde. Im Dezember 2000 hatte er bereits gemeinsam mit drei Mitgefangenen versucht, Gefängnisgitter durchzusägen, wurde dabei aber entdeckt. Guy Georges sitzt bis heute in Haft, seit März 2020 besteht formal die Möglichkeit einer Bewährung, über die bislang nicht positiv entschieden wurde.

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