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Günter Hermann Ewen

Der Saardom in Dillingen an der Saar, seiner Heimatstadt
Oktobersonne, via Wikimedia Commons (seitlich ergänzt) · CC BY-SA 4.0
5
Opfer
Suizid
AmokläuferDillingen , Deutschland
Aktive Jahre
1999
Modus Operandi
Erschießen

Am 15. Mai 1999 erschoss Günter Hermann Ewen innerhalb weniger Stunden fünf Menschen in seiner Heimatstadt Dillingen an der Saar sowie im nahen Frankreich, bevor er sich drei Tage später bei seiner Festnahme in einem Hotel in Luxemburg selbst das Leben nahm.

Werdegang

Er wurde 1962 in Dillingen an der Saar als einziger Junge unter fünf Geschwistern geboren und litt bereits als Kind an Asthma. 1992 wurde er wegen einer Vergewaltigung verurteilt und 1996 aus der Haft entlassen. Nach seiner Entlassung soll er sich zunehmend von seinem sozialen Umfeld isoliert und Groll gegen mehrere Menschen aus seiner Umgebung gehegt haben, die im Diebstahlverfahren gegen ihn ausgesagt hatten.

Die Tat

In der Nacht zum 16. Mai 1999 gegen 4:40 Uhr eröffnete er in der Diskothek Xanadu in Dillingen das Feuer auf eine Menschenmenge und tötete den Geschäftsführer sowie einen Gast, mehrere weitere Anwesende wurden verletzt. Anschließend drang er in eine nahe gelegene Wohnung ein und erschoss ein Ehepaar, dessen elfjährige Tochter wurde dabei im Gesicht verletzt, überlebte jedoch. Auf der Flucht verunglückte sein Fahrzeug, woraufhin er einen Autofahrer bedrohte und tödlich verletzte, als dieser sich weigerte, ihm sein Auto zu überlassen. Anschließend zwang er eine weitere Frau, ihn über die Grenze nach Sierck-les-Bains in Frankreich zu fahren.

Flucht und Ende

Polizeikräfte aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg fahndeten in den folgenden Tagen international nach ihm. Er wurde schließlich in einem Hotel in Luxemburg aufgespürt und erschoss sich am 18. Mai 1999, kurz bevor die anrückenden Beamten sein Zimmer stürmen konnten.

Nachwirkungen

Die genauen Beweggründe für den Amoklauf blieben letztlich ungeklärt, Ermittler vermuteten eine Verbindung zu seiner vorangegangenen Verurteilung und dem Gefühl, von seinem Umfeld verraten worden zu sein. Der Fall gehört zu den folgenreichsten grenzüberschreitenden Gewalttaten im deutsch-französisch-luxemburgischen Grenzgebiet der 1990er-Jahre.