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Grete Beier

Marie Margarethe „Grete“ Beier, Porträtaufnahme vor 1909
Unbekannt, via Wikimedia Commons · Public Domain
1
Opfer
hingerichtet
TotschlägerChemnitz , Deutschland
Aktive Jahre
1907
Modus Operandi
VergiftungErschießen

Marie Margarethe „Grete” Beier, Tochter des Bürgermeisters von Brand in Sachsen, vergiftete und erschoss im Mai 1907 ihren Verlobten Kurt Pressler, um die bevorstehende Hochzeit mit ihm zu verhindern, und inszenierte die Tat als Selbstmord. Sie war die letzte Frau, die im Königreich Sachsen öffentlich hingerichtet wurde.

Werdegang

Grete Beier wurde 1885 geboren und verlobte sich 1905 heimlich, ohne Wissen ihrer Eltern, mit Johannes Heinrich Merker, löste die Verbindung jedoch später wegen dessen Untreue. 1906 arrangierten ihre Eltern stattdessen eine Verlobung mit dem Ingenieur Kurt Pressler. Sie hielt die Beziehung zu Pressler bewusst kühl und nahm heimlich den Kontakt zu Merker wieder auf.

Die Tat

Sie wurde von Merker schwanger und ließ im November 1906 heimlich abtreiben. Als Pressler die Hochzeit für Mai 1907 in Chemnitz ansetzte, erfand sie eine fiktive italienische Rivalin namens Eleonore Ferroni und schickte in deren Namen Briefe an Merker, um ihn emotional zu manipulieren. Zugleich fälschte sie ein Testament und veruntreute Geld aus dem Safe ihrer Eltern, das sie mit Merker teilte. Am Vorabend der geplanten Hochzeit vergiftete sie Pressler mit Kaliumcyanid und schoss ihm anschließend mit dessen eigenem Revolver in den Mund, um die Tat als Selbstmord erscheinen zu lassen, ergänzt durch weitere gefälschte Abschiedsbriefe.

Ermittlung und Prozess

Im Mai 1907 fiel der Diebstahl aus dem elterlichen Safe auf und löste Ermittlungen aus. Die junge Frau versuchte zunächst mit weiteren Fälschungen, den Verdacht abzulenken, wurde jedoch im Juni 1907 verhaftet und gestand im November 1907 den Mord an Pressler.

Hinrichtung

König Friedrich August III. von Sachsen lehnte ein Gnadengesuch ab. Am 23. Juli 1908 wurde die 22-jährige Grete Beier im Hof des Amtsgerichts Freiberg durch den Scharfrichter Moritz Brand mit dem Fallbeil hingerichtet, die Exekution vor rund 190 Zuschauern dauerte drei Minuten. Sie wurde auf dem Johannisfriedhof in Dresden beigesetzt.

Nachwirkungen

Sie gilt als letzte Frau, die im Königreich Sachsen öffentlich hingerichtet wurde, ihr Fall erregte durch die aufwendige Inszenierung als Selbstmord und die gefälschten Liebesbriefe seinerzeit bundesweites Aufsehen in der deutschen Presse. Literarisch aufgearbeitet wurde der Fall unter anderem im Roman „Das Lügenspiel: Der Fall Grete Beier” (Affiliate-Link).

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