Gregory Davis
- Aktive Jahre
- 2003
- Modus Operandi
- ErstechenStumpfe Gewalt
Ein Kunststudent bastelte sich eine Trophäenplakette mit den Namen seiner liebsten Serienmörder und führte Tagebuch über Tötungsphantasien, die ihn “überall auf der Welt” verfolgten. Ein Jahr später stand er mit einer selbst erstellten Liste künftiger Opfer vor den Häusern dreier Fremder in Milton Keynes. Zwei von ihnen überlebten den Tag nicht.
Werdegang
Gregory Davis wurde 1979 in Great Linford geboren, einem Ortsteil der englischen Planstadt Milton Keynes. Sein Vater arbeitete als Bauingenieur, seine Mutter als Pflegekraft, äußerlich ein unauffälliges Elternhaus. Nach der Radcliffe School begann er ein Kunststudium an der Northampton University. Dort traten erste beunruhigende Anzeichen zutage: Für ein Projekt fertigte er eine Plakette an, die er wie eine Trophäe gestaltete und mit den Namen bekannter Serienmörder beschriftete. In seinen privaten Aufzeichnungen hielt er zunehmend gewalttätige Fantasien fest.
Parallel dazu verschlechterte sich sein psychischer Zustand. Später diagnostizierten Ärzte bei ihm eine schwere depressive Störung, eine soziale Angststörung und eine Alkoholabhängigkeit, verstärkt durch episodische psychotische Schübe. Im Januar 2003 erstellte er eine Liste mehrerer Personen aus seinem erweiterten Umfeld, die er der Reihe nach aufsuchen wollte.
Taten
Am 28. Januar 2003 setzte er seinen Plan um. Sein erstes Ziel, ein Mann namens Stewart Johnson, entkam ihm, weil zufällig Handwerker im Haus waren. Danach suchte er die 48 Jahre alte Dorothy Rogers in ihrem Zuhause im Stadtteil Stantonbury auf. Nach einem eskalierenden Streit stach er mit einem 30 Zentimeter langen Küchenmesser 31-mal auf sie ein.
Ihr 19 Jahre alter Sohn Michael Rogers flüchtete vor ihm bis zu einem nahen Kinderspielplatz. Dort holte Gregory Davis ihn ein, stach auf ihn ein, schlug mit einem Hammer zu und fügte ihm schwere Verstümmelungen zu. Ein dritter Mann, Mick Cowles, der Partner von Dorothy Rogers’ Mutter, wurde ebenfalls mit dem Hammer angegriffen und schwer verletzt, überlebte den Angriff aber.
Ermittlung und Prozess
Die Polizei nahm ihn noch am selben Tag fest. Am 15. Dezember 2003 stand er vor dem Luton Crown Court und bekannte sich der Totschlags schuldig, mit der Begründung verminderter Schuldfähigkeit. Ein Team aus fünf Psychiatern bestätigte, dass er zum Tatzeitpunkt unter einer akuten psychotischen Episode gelitten habe. Das Gericht akzeptierte das Plädoyer und verhängte eine unbefristete Unterbringung in der Hochsicherheits-Psychiatrie Broadmoor Hospital, statt einer regulären Haftstrafe.
Nachwirkungen
2009 verlegten die Behörden Gregory Davis in das offenere Littlemore Hospital, wo er schrittweise unbeaufsichtigten Ausgang erhielt, zunächst für zwei Stunden zweimal wöchentlich. 2011 entschied ein Mental Health Review Tribunal über seine Entlassung aus der Unterbringung. Eine Online-Petition forderte damals, den “Doppelmörder” nach vermeintlich nur siebeneinhalb Jahren nicht freizulassen, blieb aber ohne Wirkung auf die medizinisch-rechtliche Entscheidung. Gregory Davis lebt seither offiziell als freier Mann, sein weiterer Verbleib ist öffentlich nicht bekannt.