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Graham Backhouse

Die Kirche St James the Elder im Dorf Horton in South Gloucestershire, nahe dem Bauernhof von Graham Backhouse
Horton Primary School / Geograph Britain and Ireland / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0

Ein Landwirt aus der englischen Provinz baut sich selbst eine Rohrbombe, versteckt sie im Auto seiner eigenen Frau und hofft auf eine Versicherungssumme. Als der Anschlag misslingt und die Ermittlungen ihm zu nahe kommen, greift er zur Schrotflinte, erschießt einen unschuldigen Nachbarn und schneidet sich selbst mit dem Messer, um als Opfer eines Überfalls dazustehen. Der Fall aus dem Jahr 1984 zählt bis heute zu den bizarrsten Mordfällen der englischen Kriminalgeschichte.

Werdegang

Graham Backhouse wurde 1940 geboren und bewirtschaftete gemeinsam mit seiner Frau Margaret die Widden Hill Farm im Dorf Horton, im damaligen Grafschaftsgebiet nahe Bristol, heute South Gloucestershire. Nach außen führte die Familie ein bürgerliches Leben mit zwei Kindern, tatsächlich aber steckte er tief in finanziellen Schwierigkeiten: Schulden von umgerechnet rund 70.000 Pfund lasteten auf dem Hof. Kurz zuvor hatte er die Lebensversicherung seiner Frau von 50.000 auf 100.000 Pfund verdoppeln lassen.

Die Taten

Am 9. April 1984 setzte sich seine Frau in den familieneigenen Volvo, um zur Arbeit zu fahren. Beim Zünden des Motors löste sie eine selbstgebaute Rohrbombe aus Metallrohren, Schießpulver und Schrotkugeln aus, die er unter dem Fahrersitz platziert hatte. Sie überlebte den Anschlag mit schweren Verletzungen an den Beinen. Als sich die polizeilichen Ermittlungen daraufhin zunehmend gegen ihn selbst richteten, erschoss er am 30. April 1984 seinen 63-jährigen Nachbarn Colyn Bedale-Taylor mit einer Schrotflinte auf dem eigenen Hof. Anschließend fügte er sich selbst mehrere Messerschnitte an Gesicht und Brust zu, um den Anschein zu erwecken, er sei in einen tödlichen Kampf mit dem Nachbarn verwickelt gewesen.

Ermittlung und Prozess

Forensische Gutachter widerlegten seine Version rasch: Die Verteilung der Blutspritzer und das Muster seiner eigenen Wunden zeigten, dass sie selbst zugefügt worden waren, und der tote Nachbar konnte das angebliche Tatmesser gar nicht mehr in der Hand gehalten haben, als die tödlichen Schüsse fielen. Im Februar 1985 verurteilte ihn der Bristol Crown Court wegen des versuchten Mordes an seiner eigenen Frau und des vollendeten Mordes an seinem Nachbarn zu zwei lebenslangen Freiheitsstrafen.

Nachwirkungen

Der Fall gilt in Großbritannien bis heute als Lehrbuchbeispiel dafür, wie forensische Spurenanalyse eine sorgfältig inszenierte Notwehrlüge entlarven kann. Graham Backhouse starb im Juni 1994 im Alter von 53 Jahren an einem Herzinfarkt in der Haft, knapp zehn Jahre nach seiner Verurteilung.

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