Gertraud Arzberger
- Aktive Jahre
- 2000–2005
Ein Nachbar suchte im Gemeinschaftskeller nach Eis und fand in der Gefriertruhe zwei tote Neugeborene. Die Entdeckung führte zu zwei weiteren Leichen in betonierten Kunststoffeimern und zu Gertraud Arzberger, einer Buchhalterin aus Graz. Das Gericht verurteilte sie wegen drei Tötungen, bei einem Kind ließ sich eine Totgeburt nicht ausschließen. Die spätere Aufarbeitung des Magazins profil bestätigt Urteil und Beweisgrenze.
Werdegang
Gertraud Arzberger, geboren 1972, lebte mit ihrem langjährigen Partner, dem Zimmermann Johannes Genser, in einer Wohnanlage in Graz. Sie arbeitete als Buchhalterin und verbarg mehrere Schwangerschaften offenbar über Jahre hinweg vor ihrem Umfeld. Später gab sie an, aus Angst gehandelt zu haben, ihren Partner durch weitere Kinder zu verlieren, sowie aus finanzieller Überforderung.
Die Taten
Zwischen 2000 und 2005 gebar sie nach eigenen Angaben mehrere Kinder allein in der Badewanne ihrer Wohnung und tötete sie danach. Zur genauen Tötungsart machte sie widersprüchliche Angaben und erklärte, sich „im Schock” befunden zu haben und sich an das Geschehen nach der Geburt nicht erinnern zu können. Zwei der toten Säuglinge versteckte sie in der Gefriertruhe im Gemeinschaftskeller des Hauses, zwei weitere goss sie in Kunststoffeimer aus Beton ein.
Ermittlung und Festnahme
Im Juni 2005 entdeckte ein Nachbar beim Suchen nach Eis für seine Kinder zwei in Plastik gewickelte Leichen in der Gefriertruhe des Kellers. Die Polizei fand mithilfe von Spürhunden die übrigen Leichname. Wenig später wurden sie und ihr Partner Johannes Genser festgenommen. Er gab an, von keiner der Schwangerschaften gewusst zu haben.
Prozess und Urteil
Gertraud Arzberger gestand vor Gericht vier Tötungen, wobei Sachverständige bei einem der Kinder eine Totgeburt für möglich hielten. Verurteilt wurde sie am 31. März 2006 wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft. Johannes Genser wurde als Beitragstäter zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, sein Antrag, sich noch während der Haft mit ihr zu verloben, wurde vom Gericht abgelehnt.
Nachwirkungen
Der Fall wurde 2011 im Rahmen der Dokumentationsreihe „Österreichs schockierendste Verbrechen” auf Puls 4 aufgearbeitet und gilt bis heute als einer der ungewöhnlichsten Kriminalfälle der jüngeren Grazer Stadtgeschichte.