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Geneviève Lhermitte

Die Stiftskirche Sainte-Gertrude in Nivelles, der Stadt, in der die Tat 2007 geschah
Jmh2o, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
5
Opfer
verstorben
TotschlägerNivelles , Belgien
Aktive Jahre
2007
Modus Operandi
Erwürgen

Geneviève Lhermitte, geboren am 16. November 1966 in Brüssel, tötete am 28. Februar 2007 in ihrem Wohnhaus in Nivelles ihre fünf Kinder im Alter von drei bis vierzehn Jahren, indem sie ihnen nacheinander die Kehle durchschnitt. Der Fall gilt als eine der schwersten Familientragödien in der jüngeren belgischen Geschichte.

Werdegang

Sie hatte 1990 den marokkanischstämmigen Bouchaib Moqadem geheiratet. Im gemeinsamen Haushalt in Nivelles lebte zudem Michel Schaar, ein Arzt und Adoptivvater ihres Mannes, der die Familie finanziell trug und die Hypothek des Hauses bezahlte. Nach der Geburt ihres ersten Kindes 1995 litt sie unter einer Wochenbettdepression, ab 2005 befand sie sich wegen anhaltender Depressionen in psychiatrischer Behandlung. Kurz vor der Tat schrieb sie ihrem behandelnden Psychiater, sie wolle ihre Kinder “mitnehmen”, und äußerte darin auch eigene Suizidgedanken.

Die Tat

Am 28. Februar 2007, während ihr Mann sich in Marokko aufhielt, kaufte sie zwei Küchenmesser. Sie schickte ihre älteste Tochter Yasmine zunächst unter einem Vorwand zum Hautarzt und tötete anschließend systematisch die vier jüngeren Kinder Nora (12), Myriam (9), Mina (7) und Mehdi (3) durch Schnitte an der Kehle. Als Yasmine (14) zurückkehrte, tötete sie auch sie auf die gleiche Weise. Nach den Taten hinterließ sie die Notiz “Polizei rufen” an ihrer Tür und versuchte danach erfolglos, sich selbst das Leben zu nehmen, bevor sie den Rettungsdienst alarmierte.

Prozess

Der Prozess vor dem Assisengericht in Nivelles fand vom 8. bis 19. Dezember 2008 statt. Die Staatsanwaltschaft forderte 30 Jahre Haft, psychiatrische Gutachten zur Zurechnungsfähigkeit fielen widersprüchlich aus. Die Jury folgte der Empfehlung einiger Sachverständigen zu einer psychiatrischen Unterbringung nicht und verurteilte sie am 19. Dezember 2008 wegen fünffachen Mordes mit Vorbedacht zur Höchststrafe, lebenslanger Haft.

Nachwirkungen

2019 wurde Geneviève Lhermitte bedingt in eine psychiatrische Einrichtung entlassen. Am 28. Februar 2023, exakt 16 Jahre nach der Tat, starb sie im Alter von 56 Jahren durch Sterbehilfe im belgischen Montigny-le-Tilleul. Der Fall löste in Belgien eine breite Debatte über die Erkennung und Behandlung schwerer Wochenbett- und Familiendepressionen aus.

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