Gary Ridgway
- Serienmörder — Seattle , USA
- Aktive Jahre
- 1982–1998
- Modus Operandi
- Erwürgen
Eine 1987 gesicherte DNA-Spur blieb vierzehn Jahre lang ohne Namen. Erst neue Vergleichstechnik führte 2001 zu Gary Leon Ridgway und beendete eine der längsten Mordermittlungen im US-Bundesstaat Washington. Er bekannte sich zunächst zu 48 Morden im Raum Seattle schuldig, 2011 kam ein 49. Schuldspruch hinzu. Die Fallchronik des King County Sheriff trennt diese Urteile von weiteren Vermisstenfällen und Eigenangaben.
Werdegang
Er wuchs in schwierigen Verhältnissen auf: Seine Mutter, die die Söhne körperlich züchtigte, dominierte den Haushalt, während sein Vater als Busfahrer häufig abfällig über Prostituierte sprach. Mit 16 Jahren griff er einen sechsjährigen Jungen mit einem Messer an. Nach der High School diente er in der US Navy und war in Vietnam eingesetzt. Er war insgesamt dreimal verheiratet und arbeitete über Jahrzehnte als Lackierer bei einem Lastwagenhersteller in Renton, Washington, wo Kollegen ihn als unauffällig und zuverlässig beschrieben.
Taten
Er suchte seine Opfer entlang des Pacific Highway South auf, wo viele Frauen der Prostitution nachgingen. Um Vertrauen aufzubauen, zeigte er ihnen mitunter ein Foto seines Sohnes. Nach dem Geschlechtsverkehr erwürgte er sie meist von hinten mit dem Unterarm und legte die Leichen anschließend in Gruppen an abgelegenen, bewaldeten Orten ab, zu denen er später mitunter zurückkehrte.
Zu seinen ersten bekannten Opfern zählten Wendy Lee Coffield (16), deren Leiche im Juli 1982 im Green River gefunden wurde, und Gisele Ann Lovvorn (17) im selben Monat. Weitere Opfer waren unter anderem Mary-Jane Malvar (18, verschwunden im April 1983) und Tracy Ann Winston (19, verschwunden im September 1983). Insgesamt erstreckte sich die Serie über 16 Jahre.
Ermittlung
Nach dem Fund mehrerer Leichen am Green River richteten die Behörden 1984 die „Green River Task Force” ein, eine der größten Mordermittlungen in der Geschichte des US-Bundesstaats Washington. Ermittler zogen zeitweise sogar den inhaftierten Serienmörder Ted Bundy zurate, um ein Täterprofil zu erstellen. Er geriet bereits 1983 unter Verdacht, bestand jedoch 1984 einen Polygraphentest und blieb zunächst unbehelligt.
Festnahme und Prozess
Erst eine erneute DNA-Analyse von 1987 sichergestellter Haarproben führte am 30. November 2001 zu seiner Festnahme. Im Austausch gegen die Offenlegung der Fundorte weiterer Opfer verzichtete die Staatsanwaltschaft auf die Todesstrafe. Am 5. November 2003 legte er umfassende Geständnisse ab, am 18. Dezember 2003 verurteilte ihn ein Gericht in King County zu 48 aufeinanderfolgenden lebenslangen Haftstrafen ohne Bewährungsmöglichkeit. 2011 kam nach der Identifizierung eines weiteren Opfers eine 49. lebenslange Strafe hinzu.
Nachwirkungen
Er selbst gab in Interviews an, zwischen 65 und 71 Frauen getötet zu haben, deutlich mehr als gerichtlich nachgewiesen werden konnte. Er sitzt weiterhin im Washington State Penitentiary in Walla Walla ein und unterstützte die Behörden auch nach seiner Verurteilung wiederholt bei der Suche nach weiteren Opferresten.
Welche Rolle das Kriminalprofiling bei der Aufklärung dieses Falls tatsächlich spielte, ordnet der Beitrag Profiling und Zufall bei der Festnahme ein.