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Gabriel Socley

Luftaufnahme der Altstadt von Chaumont in der Haute-Marne
Wikimedia Commons / C DIMEY 5252 · CC BY 4.0
1
Opfer
verstorben
TotschlägerChaumont , Frankreich
Aktive Jahre
1935
Modus Operandi
Stumpfe Gewalt

Gabriel Socley wurde am 8. Oktober 1907 in Dijon geboren und starb am 29. Juni 1981 in einer psychiatrischen Klinik im lothringischen Sarreguemines. Am 19. April 1935 entführte er in Chaumont die vierjährige Nicole Marescot aus der Nähe ihres Elternhauses und tötete sie im nahegelegenen Waldstück von Saint-Roch. Die Tat und die anschließenden zwei Prozesse machten landesweit Schlagzeilen.

Werdegang

Als jüngstes von drei Kindern eines wohlhabenden Rentiers wuchs Gabriel in Dijon auf, beschrieben als ängstliches, schüchternes Kind. Schon vor seinem 18. Lebensjahr entwickelte er eine sexuelle Fixierung auf kleine Mädchen: Zwischen 1925 und 1927 wurde mehrfach Anzeige wegen unsittlicher Übergriffe gegen ihn erstattet, im Juni 1926 aber ein Freispruch erwirkt. 1926 folgte eine zweijährige Haftstrafe wegen Diebstahls, 1928 eine siebenjährige Zwangsarbeitsstrafe wegen bewaffneten Raubes. Kurz nach seiner Entlassung aus dieser Haft zog er mit seiner Mutter nach Chaumont.

Die Tat

Am 19. April 1935 verschwand Nicole Marescot aus der Nähe ihres Elternhauses in Chaumont. Zeugen hatten beobachtet, wie ein Mann das Kind in Richtung der Wälder von Saint-Roch führte, und identifizierten später Gabriel als diesen Mann. Er wurde bereits am folgenden Tag festgenommen. Erst nach sechsmonatigen Ermittlungen, am 18. Oktober 1935, fand man die sterblichen Überreste des Kindes im Wald. Die Obduktion ergab mehrere Schädelbrüche, verursacht durch große Steine, eine Vergewaltigung ließ sich dagegen nicht zweifelsfrei nachweisen.

Ermittlung und Prozess

Belastet wurde Gabriel vor allem durch seine einschlägigen Vorstrafen und die Zeugenaussagen aus der Nachbarschaft. Am 3. Oktober 1936 verurteilte ihn ein Gericht zum Tode, das Urteil wurde jedoch am 17. Dezember desselben Jahres wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben. Im Neuprozess vor dem Gericht in Dijon verurteilte man ihn am 20. Februar 1937 wegen mildernder Umstände zu lebenslanger Zwangsarbeit statt zum Tode. Er blieb bis 1971 zwischen den Zuchthäusern Fontevrault und Château-Thierry inhaftiert, 1952 wurde die Strafe auf 30 Jahre Zwangsarbeit umgewandelt.

Rückfall und späte Jahre

Am 26. Juni 1960 kam Gabriel bedingt frei. Innerhalb weniger Wochen versuchte er erneut, ein Mädchen zu belästigen, wurde aber von Passanten in die Flucht geschlagen und noch im selben Sommer erneut festgenommen. 1961 erklärten ihn Gutachter für schuldunfähig und verlegten ihn in die psychiatrische Klinik von Sarreguemines, aus der ihm 1971 für neun Tage die Flucht gelang. Insgesamt verbrachte er 55 Jahre seines Lebens in Gefängnissen und psychiatrischen Anstalten, ohne die Tat an Nicole Marescot je zu gestehen. Er starb 1981 im Alter von 73 Jahren in der Klinik.