Fritz Rudloff
- Aktive Jahre
- 1954
- Modus Operandi
- Vergiftung
Erst der vierte plötzliche Tod brachte Fritz Rudloffs Arsenmorde ans Licht. Eine Witwe bestand auf einer Obduktion, nachdem der Krankenpfleger kurz vor dem Tod ihres Mannes eine düstere Bemerkung gemacht hatte. Der zeitgenössische Bericht des TIME Magazine vom 1. November 1954 schildert, wie der Giftfund zu seinem Geständnis führte: Er hatte vier Patienten vergiftet, um den Chefarzt des Waltershäuser Krankenhauses zu treffen.
Werdegang
Bei seinen Patienten galt er als freundlich und zugewandt, unter Kollegen jedoch als ein Mann mit tief sitzendem Groll gegen approbierte Ärzte, denen er selbst nie gleichgestellt war. Besonders der disziplinierte, streng auftretende Chefchirurg des Hauses war ihm ein Dorn im Auge. Als dieser eine Liebesbeziehung zwischen ihm und einer Krankenschwester unterbunden und ein Ende der Affäre verlangt hatte, schwor er sich Rache, nicht am Chefarzt direkt, sondern über dessen Patienten.
Taten
Im Frühjahr und Sommer 1954 starben nacheinander drei Patienten des Chefchirurgen unter ungeklärten Umständen. Ein vierter Patient starb kurz darauf, nachdem Kollegen sein auffälliges Verhalten im Umgang mit diesem Patienten bemerkt hatten. Allen vier Todesfällen gemeinsam war eine plötzliche, medizinisch nicht erklärbare Verschlechterung des Zustands, die untersuchende Ärzte zunächst als Komplikationen der jeweiligen Grunderkrankung abtaten.
Ermittlung und Prozess
Misstrauen kam erst auf, als die Witwe eines der Verstorbenen durch eine beiläufige Bemerkung von ihm verunsichert wurde und auf einer Obduktion bestand. Die toxikologische Untersuchung wies Arsen im Gewebe des Toten nach. Daraufhin wurden auch die übrigen drei Todesfälle erneut untersucht, mit demselben Befund. Unter dem Druck der Beweise gestand er alle vier Morde. Ein DDR-Gericht verurteilte ihn zum Tode, im Oktober 1954 wurde das Urteil durch das Fallbeil vollstreckt.