Fritz Honka
- Aktive Jahre
- 1970–1975
- Modus Operandi
- ErwürgenZerstückelung
Ein Brand in einer Hamburger Dachwohnung brachte ans Licht, was jahrelang hinter einer verschlossenen Kammer verborgen geblieben war: die Überreste mehrerer Frauen. Fritz Honka hatte zwischen 1970 und 1975 vier Frauen getötet und zerstückelt. Das Gericht verurteilte ihn später wegen eines Mordes und dreier Totschläge.
Werdegang
Er wurde am 31. Juli 1935 in Leipzig als drittes von zehn Kindern des Zimmermanns Fritz Honka senior und der Reinigungskraft Else Honka geboren. Nachdem sein Vater wegen einer Haftstrafe im nationalsozialistischen Konzentrationslager interniert worden war und 1946 an den Folgen seiner Alkoholkrankheit starb, wuchs er größtenteils in Waisenhäusern auf. Ein Verkehrsunfall hinterließ eine starke Gesichtsentstellung, hinzu kamen ein ausgeprägtes Schielen und eine Sprachbehinderung, was ihm zeitlebens das Selbstwertgefühl nahm und seine Beziehungen zu Frauen erheblich erschwerte.
Kriminelle Aktivitäten
Er suchte seine Opfer gezielt in Kneipen wie dem „Goldenen Handschuh” und dem „Elbschlosskeller” auf der Reeperbahn, gab ihnen reichlich Alkohol aus und tötete sie anschließend in seiner Wohnung, meist durch Erwürgen. Im Dezember 1970 erschlug er die 42 Jahre alte Gertraud Bräuer mit einer Flasche und erwürgte sie, ihr Kopf wurde erst im November 1971 auf einem Schrottplatz gefunden. 1974 erwürgte er die 54 Jahre alte Anna Beuschel und versteckte ihre Leiche auf dem Dachboden. Im Dezember 1974 tötete er die 57 Jahre alte Frieda Roblick, nachdem sie ihm angeblich 200 D-Mark gestohlen hatte. 1975 erwürgte er schließlich die 52 Jahre alte Ruth Schult mit einem Strumpf. Alle vier Leichen zerlegte er mit einer Handsäge und verstaute die Überreste in seiner Wohnung.
Namentlich bekannte Opfer (chronologisch):
- Gertraud Bräuer (42), getötet im Dezember 1970 in Hamburg
- Anna Beuschel (54), getötet 1974 in Hamburg
- Frieda „Rita” Roblick (57), getötet im Dezember 1974 in Hamburg
- Ruth Schult (52), getötet 1975 in Hamburg
Ermittlung und Festnahme
Am 17. Juli 1975 brach in seiner Wohnung in der Zeißstraße in Hamburg-Ottensen ein Feuer aus, während er abwesend war. Feuerwehrleute entdeckten bei den Löscharbeiten Körperteile, die Polizei fand daraufhin die sterblichen Überreste dreier Frauen in der Wohnung. Am 29. Juli 1975 gestand er die Taten.
Prozess
Am 20. Dezember 1976 verurteilte ihn das Landgericht Hamburg unter Vorsitz von Richter Reimer Hadenfeldt wegen Mordes in einem Fall und Totschlags in drei Fällen bei verminderter Schuldfähigkeit zu 15 Jahren Haft mit anschließender Unterbringung in der Psychiatrie. Sein Verteidiger war der bekannte Strafverteidiger Rolf Bossi.
Nachwirkungen
1993 wurde er aus der psychiatrischen Unterbringung entlassen und lebte fortan unter dem Namen „Peter Jensen” in einem Pflegeheim in Scharbeutz. Er starb am 19. Oktober 1998 im Alter von 63 Jahren in einer Hamburger Klinik, vermutlich an den Folgen jahrzehntelangen Alkohol- und Nikotinkonsums. Im Mai 2025 wurde im „Garten der Frauen” in Hamburg ein Gedenkstein für seine vier Opfer errichtet.
Dieser Fall zählt zu den in der Story Die schlimmsten Verbrecher Deutschlands versammelten Verbrechen.