Friedrich Schumann
- Aktive Jahre
- 1916–1919
- Modus Operandi
- ErschießenVergewaltigungStumpfe Gewalt
Tödlich getroffen erwiderte der Forstaufseher Wilhelm Nielbock das Feuer und lieferte noch eine Beschreibung seines Angreifers. Zwei Tage später nahm die Polizei Friedrich Schumann fest. Eine digitalisierte Ausgabe der Volksstimme vom Juli 1920 dokumentiert den Prozessbeginn gegen den Mann, den die Zeitung als „Falkenhagener Massenmörder” bezeichnete. Das Berliner Schwurgericht verurteilte ihn wegen sechs Morden zum Tode.
Werdegang
Friedrich Schumann wurde am 1. Februar 1893 in Spandau als Sohn eines alkoholkranken Vaters geboren und lernte den Beruf des Schlossers. Bereits mit 16 Jahren erschoss er im Spandauer Forst seinen Cousin, was er als Unfall ausgab, mit 18 verletzte er bei einem Raubüberfall auf der Spandauer Chaussee eine Frau durch einen Schuss und erhielt dafür nur neun Monate Haft. Im Ersten Weltkrieg wurde er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, 1919 heiratete er, die Ehe wurde noch im selben Jahr wieder geschieden.
Taten
Ab 1916 verübte er eine Serie von Gewalttaten im Falkenhagener Forst bei Spandau: Er schoss auf einen Wildhüter, ohne ihn zu treffen, tötete 1917 einen Nachtwächter sowie zwei Gendarmen. Sein wiederkehrendes Muster war es, Liebespaare in den Wäldern aufzuspüren, die Männer zu erschießen und die Frauen anschließend zu vergewaltigen und zu töten. Daneben griff er wahllos Förster, Dienstboten, Wanderer, Jagdgesellschaften, Lokomotivführer und Anwohner der Region an.
Festnahme
Am 18. August 1919 traf der Forstaufseher Wilhelm Nielbock im Wald auf den Täter, der ihm zweimal in die Brust schoss. Nielbock erwiderte das Feuer, bevor er in derselben Nacht starb, konnte aber zuvor noch eine Täterbeschreibung liefern: schlank, mittelgroß, blond, in feldgrauer Kleidung. Zwei Tage später, am 20. August 1919, wurde er festgenommen.
Prozess
Der Prozess vor dem Berliner Schwurgericht in Moabit fand vom 5. bis 13. Juli 1920 statt, verteidigt wurde er vom bekannten Strafverteidiger Erich Frey. Die Berliner Presse nannte den Fall einen „in der Kriminalgeschichte beispiellosen Fall”. Friedrich Schumann wurde wegen sechs Morden zum Tode verurteilt, zusätzlich zu lebenslanger Haft für weitere, nicht in gleicher Schwere nachgewiesene Taten.
Hinrichtung
Obwohl er selbst um eine rasche Vollstreckung bat, verzögerte der preußische Justizminister Hugo am Zehnhoff die Hinrichtung. Am 27. August 1921 wurde Friedrich Schumann in der Haftanstalt Plötzensee durch den Scharfrichter Carl Gröpler enthauptet. Am Vorabend seiner Hinrichtung gestand er seinem Anwalt Erich Frey, insgesamt 25 Menschen getötet zu haben.
Nachwirkungen
Friedrich Schumann gilt als einer der ersten Serienmörder, die in der noch jungen Weimarer Republik öffentlich Aufsehen erregten. Das Museum und die Galerie Falkensee zeigen bis heute Dokumente und Fotografien zu seinem Fall im Rahmen der Stadtgeschichte.