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Friedrich Opitz

genannt „Liebespaarmörder"

Waldweg in der Buchhorst bei Braunschweig, dem Gebiet früher Eisenbahnanschläge
Wikimedia Commons / Muschelschubser · CC BY-SA 3.0
2
Opfer
„Liebespaarmörder"
hingerichtet
SerienmörderBraunschweig , Deutschland
Aktive Jahre
ab 1928

Nicht einer der zahlreichen Eisenbahnanschläge, sondern Gelddiebstähle in einem Braunschweiger Stadtbad brachten die Ermittler 1936 auf Friedrich Opitz. Danach verbanden sie ihn mit 64 Anschlägen, 54 Raubüberfällen und drei Raubmorden. Das Landgericht Braunschweig dokumentiert das Todesurteil vom 11. Juni 1937 und die Hinrichtung vier Monate später.

Anschläge auf die Eisenbahn

Seit 1928 verübte Friedrich Opitz nach Angaben des Landgerichts Braunschweig Eisenbahnanschläge. Insgesamt wurden ihm 64 solcher Taten zugerechnet. Zeitgenössische Darstellungen schildern unter anderem Hindernisse auf den Gleisen, beschädigte Anlagen und Schüsse auf Führerstände. Auch Verletzte soll es bei den Angriffen gegeben haben.

Die Anschläge brachten ihm keinen unmittelbaren Gewinn. Später verlagerte Friedrich Opitz seine Taten auf Raubüberfälle. Nachts lauerte er Händlern auf Landstraßen auf, die mit Fuhrwerken zum Braunschweiger Markt unterwegs waren. Bei Widerstand schoss er oder setzte Schlagwerkzeuge ein. Insgesamt schrieben die Ermittler ihm 54 Raubüberfälle und zahlreiche Diebstähle zu.

Drei zugeschriebene Raubmorde

Zu den drei Raubmorden, die Friedrich Opitz zur Last gelegt wurden, gehörte ein Überfall auf einen Bäckermeister am 28. März 1933. Der Mann wurde auf dem Heimweg von Braunschweig nach Rothemühle angegriffen und tödlich am Kopf verletzt. Zeitgenössische Darstellungen nennen 30 Reichsmark als Beute.

Eine weitere Tat wurde ihm für den 6. Mai 1933 am Tetzelstein im Elm zugeschrieben. Nach den überlieferten Schilderungen folgte der Täter zwei Paaren auf dem Weg nach Königslutter und forderte mit einer Schusswaffe Geld. Bei der Auseinandersetzung wurde einer der Männer erschossen.

Als dritte Tat wurde Friedrich Opitz der Überfall auf ein Liebespaar am 21. November 1933 bei Wendhausen angelastet. Dabei wurde der Mann erschossen und beraubt. Die drei Fälle waren jedoch nicht gleichermaßen bewiesen: Die Niedersächsische Landesbibliografie hält ausdrücklich fest, dass von den drei zur Last gelegten Raubmorden nur zwei nachgewiesen waren. Als gesicherte Opferzahl bleiben daher zwei, auch wenn die damaligen Ermittler ihm drei Raubmorde zuschrieben.

Naturwissenschaftliche Spurensuche

1936 geriet Friedrich Opitz nach Berichten über Gelddiebstähle im Braunschweiger Stadtbad in Verdacht. Die Kriminalpolizei verglich Spuren aus zahlreichen Verfahren. Zeitgenössische Ermittler führten Werkzeugspuren, Projektile und weitere naturwissenschaftlich untersuchte Beweismittel als Grundlage ihrer Zuordnungen an. Der Fall wurde später als Beispiel für den Einsatz kriminaltechnischer Methoden dargestellt.

1937 stand Friedrich Opitz vor dem Landgericht Braunschweig. Das Gericht verurteilte ihn am 11. Juni 1937 zum Tode. Am 12. Oktober 1937 wurde er hingerichtet. Das Landgericht Braunschweig führt das Verfahren bis heute in seiner historischen Übersicht öffentlichkeitswirksamer Prozesse.

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