Friedrich Leibacher
- Amokläufer — Zug , Schweiz
- Aktive Jahre
- 2001
- Modus Operandi
- ErschießenSprengstoffanschlag
Friedrich „Fritz” Heinz Leibacher wurde am 21. Juli 1944 in Zug geboren und starb dort am 27. September 2001 durch Suizid. An diesem Tag erschoss er im Kantonsratssaal des Regierungsgebäudes 14 Politiker des Kantons Zug, bevor er sich selbst das Leben nahm. Das sogenannte Zuger Attentat dauerte nur rund zweieinhalb Minuten und gilt bis heute als schwerster Gewaltakt gegen ein Parlament in der Schweizer Geschichte.
Werdegang
Er arbeitete als kaufmännischer Angestellter und war bereits 1970 wegen Vermögensdelikten, sexuellen Handlungen mit Kindern und Urkundenfälschung zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Mehrere Ehen mit Frauen aus der Dominikanischen Republik scheiterten, in einer davon war er nach Angaben der Ehefrau gewalttätig geworden, aus dieser Verbindung stammte eine Tochter. Über Jahre war er arbeitslos und bezog später eine Invalidenrente, Gutachter attestierten ihm 1996 eine Persönlichkeitsstörung sowie eine Alkoholerkrankung. Ab 1998 beschwerte er sich in großer Zahl bei Zuger Behörden und Gerichten über eine aus seiner Sicht ungerechte Behandlung, nachdem er wegen einer Verkehrsangelegenheit verurteilt worden war.
Tat
Am Morgen des 27. September 2001 betrat er gegen 10:30 Uhr in einer selbst gefertigten, polizeiähnlichen Uniform das Regierungsgebäude in Zug. Im Foyer erschoss er zunächst ein Ratsmitglied, anschließend drang er in den Kantonsratssaal ein, in dem gerade eine Sitzung stattfand. Innerhalb von 14 Sekunden feuerte er rund 28 bis 29 Schüsse aus einem Selbstladegewehr ab, lud nach und gab weitere 30 Schüsse ab. Anschließend zündete er einen mit Sprengstoff gefüllten Behälter. Getötet wurden drei Mitglieder des Regierungsrats, Peter Bossard, Monika Hutter und Jean-Paul Flachsmann, sowie elf Mitglieder des Kantonsrats. Rund 15 bis 18 weitere Personen wurden verletzt. Um 10:34 Uhr, gut zweieinhalb Minuten nach den ersten Schüssen, erschoss er sich selbst.
Motiv
In einem Abschiedsbrief mit dem Titel „Tag des Zornes für die Zuger Mafia” beschrieb er sich als Opfer einer Verschwörung von Behörden und Parlament, an denen er sich für die aus seiner Sicht erlittene Ungerechtigkeit rächen wollte.
Nachwirkungen
Das Attentat löste in der gesamten Schweiz eine Debatte über den Schutz von Parlamentsgebäuden aus. Zahlreiche Kantone führten in der Folge strengere Zutrittskontrollen für Besucher und Sicherheitsausweise für Parlamentsmitglieder ein, auf Bundesebene wurde eigens eine Sicherheitsabteilung für Parlamentsgebäude eingerichtet. Kantone und Gemeinden begannen zudem, auffällige Querulanten systematischer zu erfassen und zu beobachten. Zum Tathergang selbst siehe die Schlagzeile Zuger Attentat: Amokläufer erschießt 14 Politiker im Kantonsratssaal.