Frederick Rothwell Holt
- Aktive Jahre
- 1919
- Modus Operandi
- Erschießen
Am Weihnachtsabend 1919 fanden Spaziergänger die Leiche einer jungen Frau in den Dünen bei Blackpool, dreifach durch Schüsse getötet. Ermittler brauchten nur wenige Tage, um anhand von Fußabdrücken im Sand ihren Geliebten als Täter zu überführen, einen Kriegsversehrten mit einer frisch abgeschlossenen Lebensversicherung im Nacken.
Werdegang
Frederick Rothwell Holt diente als Leutnant im 4. Bataillon des Loyal North Lancashire Regiment im Ersten Weltkrieg. Wegen eines Granatenschocks wurde er aus dem Militärdienst entlassen und litt danach unter anhaltenden Depressionen. Nach seiner Rückkehr nach Lancashire lebte er von einer jährlichen Erbschaft seiner Mutter in Höhe von 500 Pfund und ging keiner geregelten Arbeit nach.
Die Beziehung zu Kathleen Breaks
Er begann eine Beziehung zu Kathleen „Kitty” Breaks, einer 26-jährigen Frau aus Bradford, die von ihrem Ehemann getrennt lebte. Im November 1919 schloss Kitty eine Lebensversicherung über 5.000 Pfund ab und setzte Frederick Rothwell Holt als alleinigen Begünstigten ein.
Die Tat
In der Nacht zum 24. Dezember 1919 erschoss er seine Geliebte mit drei Schüssen aus einem Webley-Revolver am Strand von Lytham St Annes bei Blackpool. Am Tatort fanden Ermittler Fußabdrücke, die zu seinen Stiefeln passten, außerdem seinen Revolver und blutverschmierte Handschuhe in den Dünen.
Prozess
Vor den Manchester Assizes verhandelte das Gericht den Fall vom 23. bis 27. Februar 1920. Die Anklage stellte finanzielle Not und die Versicherungssumme als Motiv in den Mittelpunkt. Die Verteidigung berief sich auf Unzurechnungsfähigkeit infolge seiner Kriegstraumata, ein Argument, das die vom Innenministerium beauftragten Psychiater zurückwiesen. Die Jury befand ihn des Mordes für schuldig.
Hinrichtung
Frederick Rothwell Holt wurde am 13. April 1920 im Alter von 32 Jahren im Strangeways-Gefängnis in Manchester durch den Henker John Ellis hingerichtet.
Nachwirkungen
Der Fall, in der Lokalpresse als „Sandhills Murder” bekannt, blieb in Blackpool und Lytham St Annes über Jahrzehnte präsent und wird bis heute in Büchern und Artikeln zur Kriminalgeschichte der Region behandelt.