Frederick Emmett-Dunne
- Aktive Jahre
- 1953
- Modus Operandi
- Stumpfe GewaltKomplizen
Am 30. November 1953 tötete der britische Armeeunteroffizier Frederick Emmett-Dunne in den Glamorgan Barracks in Duisburg seinen Vorgesetzten, Sergeant Reginald Watters, und täuschte anschließend dessen Suizid vor. Wenige Monate später heiratete er die Witwe des Getöteten, ein Umstand, der einen ehemaligen Militärpolizisten misstrauisch machte und schließlich zur Aufklärung der Tat führte.
Werdegang
Er wurde 1920 geboren und diente als Unteroffizier in der britischen Rheinarmee, die nach dem Zweiten Weltkrieg im besetzten Westdeutschland stationiert war. In der Kaserne in Duisburg war er der direkte Vorgesetzte von Sergeant Reginald Watters, mit dessen Frau Maria, einer früheren Nachtclubsängerin, er zu dieser Zeit bereits eine Affäre unterhielt.
Die Tat
In der Nacht zum 30. November 1953 versetzte er Reginald Watters in dessen Kasernenzimmer einen schweren Schlag gegen die Kehle. Anschließend hängte er den bereits toten oder sterbenden Mann am Treppengeländer auf, um einen Suizid vorzutäuschen. Sein Halbbruder half ihm dabei, die Leiche entsprechend zu drapieren.
Ermittlung und Festnahme
Der ehemalige Militärpolizist Frank Walters schöpfte Verdacht, als er im Juni 1954 die Witwe des Toten heiratete, und meldete seine Bedenken den Behörden. Eine daraufhin veranlasste Exhumierung der Leiche bestätigte, dass die Verletzungen nicht zu einem Suizid passten. Unter Druck der Ermittler gestand auch der Halbbruder seine Beteiligung an der Vertuschung.
Prozess
Vor einem britischen Militärgericht in Düsseldorf wurde ihm 1955 der Prozess gemacht. Er bestritt zunächst jede Schuld, räumte später jedoch ein, in einer Art Notwehrsituation gehandelt zu haben. Das Gericht befand ihn des Mordes für schuldig und verhängte die Todesstrafe, die jedoch nie vollstreckt wurde: Da die Bundesrepublik Deutschland die Todesstrafe abgeschafft hatte und ein Truppenstationierungsabkommen galt, wandelte der Heeresrat das Urteil in lebenslange Haft um.
Nachwirkungen
Er verbüßte insgesamt zehn Jahre Haft und wurde 1965 entlassen. Über sein weiteres Leben danach ist nichts Verlässliches bekannt, er verschwand nach eigenen Angaben von Zeitzeugen vollständig aus der Öffentlichkeit. Der Fall zählt bis heute zu den ungewöhnlichsten Kriminalfällen innerhalb der britischen Streitkräfte in Nachkriegsdeutschland.