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Fred West

Much Marcle in Herefordshire, Fred Wests Geburtsort
Jaggery, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
12
Opfer
Suizid
SerienmörderGloucester , Großbritannien
Aktive Jahre
1967–1987

Am 26. Februar 1994 fanden Ermittler die ersten menschlichen Knochen im Garten der Cromwell Street 25. Die Chronologie der Gloucestershire Constabulary zeichnet nach, wie aus der Suche nach Heather West eine Untersuchung von zwölf Todesfällen wurde. Frederick Walter Stephen West wurde wegen aller zwölf Morde angeklagt, starb aber vor dem Prozess. Rosemary West wurde später in zehn Fällen schuldig gesprochen.

Werdegang

Fred wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf einem Bauernhof auf, Klassenkameraden erinnerten sich später an ihn als verwahrlost und träge. Mit 17 erlitt er einen schweren Motorradunfall mit Schädelbruch, der nach eigenen Angaben zu Wutausbrüchen und einer ausgeprägten Angst vor Krankenhäusern führte. 1961 zeigte seine 13-jährige Schwester ihn wegen sexuellen Missbrauchs an, das Verfahren scheiterte jedoch, als sie ihre Aussage zurückzog.

1962 heiratete er Catherine „Rena” Costello, die zu dieser Zeit von einem anderen Mann schwanger war. Als erstes Opfer wurde ihm 1967 seine schwangere Geliebte Anne McFall zugeordnet; ihre Leiche wurde erst 1994 gefunden. 1969 lernte er die 15-jährige Rosemary Letts kennen. Trotz des Widerstands ihrer Eltern zog sie zu ihm, 1972 heirateten die beiden und bezogen das Haus in der Cromwell Street, das für die nächsten zwei Jahrzehnte zum Schauplatz ihrer gemeinsamen Verbrechen wurde.

Taten

1971 verschwand seine erste Frau Catherine „Rena” Costello; ihre Überreste wurden 1994 nahe Much Marcle gefunden. Frederick Walter Stephen West wurde auch wegen dieses Mordes angeklagt. Ab den frühen 1970er Jahren ordneten Polizei und Anklage ihm die folgenden Tötungen in Gloucester zu; für dieselben neun Opfer sowie Charmaine wurde Rosemary West später verurteilt:

Die Opfer wurden vor ihrem Tod häufig tagelang gefesselt und gequält. Einigen wurde der Kopf mit Klebeband umwickelt, durch das Schläuche zum Atmen gesteckt waren. Mehreren Leichen fehlten später Fingerknochen. Warum sie fehlten, ließ sich nicht gerichtlich klären. Auch die eigenen Kinder des Paares wurden über Jahre hinweg misshandelt, seine Tochter Anna Marie vergewaltigte er bereits im Alter von acht Jahren.

Ermittlung und Festnahme

Der entscheidende Hinweis kam 1992, als Frederick Walter Stephen West seine 13-jährige Tochter Louise mehrfach vergewaltigte. Nach einer anonymen Anzeige durchsuchte die Polizei das Haus und fand pornografisches Material, die jüngeren Kinder kamen in Pflegefamilien. Als eine ältere Tochter den Ermittlern schließlich von jahrelangem Missbrauch berichtete und auffiel, dass die angeblich weggezogene Heather seit Jahren keine Lebenszeichen von sich gegeben hatte, erwirkte die Polizei am 23. Februar 1994 einen Durchsuchungsbefehl für die Cromwell Street 25.

Am 25. Februar gestand Fred die Tötung Heathers, gab jedoch an, es habe sich um einen Wutausbruch gehandelt, und beteuerte, Rosemary habe nichts gewusst. Einen Tag später fanden die Ermittler erste Knochen im Garten. Zwischen dem 5. und 8. März wurden im zubetonierten Keller sechs weitere Leichen entdeckt. Fred gestand nach und nach neun Morde, verweigerte aber Angaben zu den fehlenden Knochenteilen.

Tod vor dem Prozess

Fred West nahm sich am 1. Januar 1995 in seiner Zelle im Gefängnis Winson Green in Birmingham das Leben, bevor es zu seinem eigenen Prozess kam. Seine Frau Rosemary wurde im November 1995 wegen zehn Morden zu zehn lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt.

Nachwirkungen

Das Haus in der Cromwell Street 25 wurde nach dem Prozess abgerissen, um zu verhindern, dass es zu einer Pilgerstätte für Schaulustige wurde. Der Fall gilt in Großbritannien bis heute als einer der erschütterndsten der Kriminalgeschichte, nicht zuletzt wegen des Ausmaßes des über Jahrzehnte verschleierten Missbrauchs innerhalb der eigenen Familie.

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