Frans Hooijmaijers
- Aktive Jahre
- 1970–1975
- Modus Operandi
- Vergiftung
Frans Hooijmaijers wurde am 24. Oktober 1935 in Kerkrade geboren. Als Hauptpfleger der Station „De Nachtegaal“ der Lückerheidekliniek in seiner Heimatstadt spritzte er zwischen 1970 und 1975 zahlreichen älteren Patienten Insulin oder Valium, was er selbst später als Gnadenakt darstellte. Verurteilt wurde er am Ende nur für fünf Todesfälle, verdächtigt wurde er in weit mehr.
Werdegang
Er wuchs mit einer Lippenspalte auf und wurde deswegen in der Schule gehänselt, sein Vater soll ihn regelmäßig geschlagen und ihm einen Berufswunsch als Schauspieler verwehrt haben. Nach dessen Tod übernahm er zunehmend Verantwortung für die Familie und entwickelte eine enge Bindung an seine Mutter, die Jahre später selbst wegen einer Arsenvergiftung ihres zweiten Ehemanns verurteilt wurde, ein Detail, das in der Berichterstattung über den Fall immer wieder auffällt. Als Pfleger auf der für ältere, körperlich oder psychisch kranke Patienten reservierten Station galt er zunächst als „barmherziger Samariter“, stellte Marienstatuen auf, betete mit Sterbenden und behauptete, den nahenden Tod von Patienten vorhersehen zu können.
Taten
Zwischen 1970 und 1975 starben auf seiner Station insgesamt 325 Patienten, davon galten etwa 259 als verdächtig und 119 als besonders auffällig, weil Insulin oder Valium in tödlicher Dosis kaum nachweisbar waren und einen natürlichen Tod vortäuschten. Nachdem die Angehörigen einer 89-jährigen Patientin Beschwerde eingereicht hatten, wurde er am 14. August 1975 gemeinsam mit seiner Ehefrau festgenommen. In der gemeinsamen Wohnung fanden Ermittler Schmuckstücke mehrerer verstorbener Patienten.
Prozess
Er gestand zunächst fünfzehn Tötungen, zog dieses Geständnis später jedoch teilweise wieder zurück und erklärte, er habe lediglich unerlaubt nicht tödliche Dosen verabreicht. Das Gericht befand ihn 1976 in fünf von neun angeklagten Fällen für schuldig und verhängte 13 Jahre Haft, in einem als teuerstem Einzelverfahren des Landes bezeichneten Prozess. In der Berufung wurde die Strafe 1977 auf 18 Jahre erhöht.
Nachwirkungen
1982 wurde er in die Pompekliniek in Nijmegen verlegt, 1987 kam er wegen guten Verhaltens vorzeitig frei und lebte danach unbehelligt bis zu seinem Tod am 20. August 2006. Der Fall gilt bis heute als einer der folgenreichsten Verdachtsfälle institutioneller Tötungen in der niederländischen Kriminalgeschichte, gerade weil die tatsächliche Opferzahl wegen der schwer nachweisbaren Methode nie abschließend geklärt werden konnte.