← Zum Verzeichnis

Francisco García Escalero

genannt „El Matamendigos"

Der Cementerio de la Almudena in Madrid, nahe dessen Mauern Francisco García Escalero aufwuchs und in den er wiederholt einbrach
Luis García (Zaqarbal) / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
11
Opfer
„El Matamendigos"
verstorben
SerienmörderMadrid , Spanien
Aktive Jahre
1986–1993

Francisco García Escalero bat selbst darum, eingesperrt zu werden, bevor er erneut töte. Vor Gericht gestand er elf Tötungen an überwiegend obdachlosen Menschen in Madrid. Der zeitgenössische Urteilsbericht von El País hält fest, dass die Audiencia Provincial ihn 1996 wegen einer schweren psychischen Erkrankung für schuldunfähig erklärte und seine Unterbringung in einer Gefängnispsychiatrie anordnete.

Werdegang

Francisco García Escalero wurde am 24. Mai 1954 in Madrid geboren und wuchs in einer Barackensiedlung nur wenige hundert Meter vom Cementerio de la Almudena entfernt auf, dem größten Friedhof der Stadt. Schon als Kind galt er als zurückgezogen und auffällig, er soll sich wiederholt absichtlich vor fahrende Autos geworfen haben, worauf sein Vater mit brutalen Schlägen reagierte. 1970 wurde er erstmals in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, 1973 verbrachte er wegen eines Motorraddiebstahls Zeit in einer Erziehungsanstalt. Als Erwachsener lebte er zeitweise selbst obdachlos und trank stark, was seine psychische Verfassung weiter verschlechterte.

Taten

Zwischen 1986 und 1993 tötete Francisco García Escalero in Madrid elf Menschen, überwiegend obdachlose Männer und Frauen sowie Prostituierte, denen er sich zunächst als Bekannter näherte. Im August 1987 erschlug und enthauptete er die Prostituierte Paula Martínez und verbrannte anschließend ihre Leiche. Im März 1988 erstach er einen Obdachlosen namens Juan und zertrümmerte ihm mit einem Stein den Schädel. Im März 1989 tötete er einen Mann namens Ángel, dem er anschließend den Kopf teilweise abtrennte und die Fingerkuppen entfernte, um eine Identifizierung zu erschweren. Im Mai 1989 fügte er einem fünfundsechzigjährigen Obdachlosen namens Julio zahlreiche Stichverletzungen zu, verstümmelte die Leiche und verbrannte sie ebenfalls. Zusätzlich zu den Tötungen brach er wiederholt in den nahegelegenen Cementerio de la Almudena ein, öffnete Grabnischen, exhumierte Leichen und beging an ihnen sexuelle Handlungen. Gerichtlich als erwiesen galten am Ende elf Tötungen.

Ermittlung und Festnahme

Sein letztes Opfer war 1993 sein eigener Weggefährte Víctor Luis Criado, mit dem er gemeinsam aus der psychiatrischen Klinik Alonso Vega geflohen war und den man mit eingeschlagenem Schädel und teilweise verbrannt auffand. Kurz darauf meldete sich Francisco García Escalero von sich aus beim Klinikpersonal, gestand die Tat und bat um seine dauerhafte Unterbringung, aus Angst, andernfalls erneut zu töten. Die Polizei nahm ihn im April 1994 fest.

Prozess

Am 1. März 1996 sprach ihn die Audiencia Provincial de Madrid wegen einer chronischen Alkoholerkrankung in Verbindung mit Schizophrenie von strafrechtlicher Verantwortung frei. Statt einer Haftstrafe ordnete das Gericht seine Unterbringung in einer geschlossenen forensischen Psychiatrie an, begrenzt auf höchstens 60 Jahre.

Nachwirkungen

Francisco García Escalero starb am 19. August 2014 in Fontcalent im Alter von sechzig Jahren, eine Obduktion konnte die genaue Todesursache nicht abschließend klären, im Gespräch waren sowohl Herzversagen als auch ein Erstickungsunfall beim Essen. Sein Fall gilt in Spanien bis heute als eines der prägenden Beispiele für die Debatte um die strafrechtliche Verantwortlichkeit schwer psychisch kranker Serientäter, zumal seine Opfer, größtenteils obdachlose Menschen ohne Angehörige, die die Ermittlungen öffentlich vorangetrieben hätten, lange Zeit kaum mediale Aufmerksamkeit erhielten.