Francisco del Junco
- Serienmörder — Miami , USA
- Aktive Jahre
- 1995–1996
- Modus Operandi
- Stumpfe GewaltBrandstiftung
Francisco del Junco kam während der Mariel-Bootsflüchtlingswelle 1980 als kubanischer Flüchtling in die USA. Zwischen August 1995 und März 1996 tötete er in Miami vier Frauen und steckte ihre Leichen anschließend in Brand, ehe eine zufällige Begegnung mit einer früheren Überlebenden zu seiner Festnahme führte.
Werdegang
Er arbeitete als Tellerwäscher in der Sportsbar von Footballstar Dan Marino im Stadtteil Coconut Grove und galt bei Kollegen als zuverlässig und sympathisch. Über sein Leben vor der Ankunft in den USA ist wenig bekannt.
Taten
Seine Opfer waren schwarze Frauen, die als Prostituierte arbeiteten und unter Crack-Abhängigkeit litten: Vida Hicks (43) am 1. August 1995, Diane Helms (44) rund zwei Wochen später, Cheryl Ray (37) etwa vier Monate danach sowie Janice Cox (37), deren Leiche an einer verlassenen Tankstelle gefunden wurde. Er bot den Frauen an, sie mit Drogen und Geld für sexuelle Dienste zu bezahlen, überredete sie, ihm den Rücken zuzudrehen, und schlug dann zu. Anschließend zündete er die Oberkörper der Leichen an. Später erklärte er, eine Stimme, die er als Priesterin der Santería wahrnahm, habe ihm wiederholt gesagt, er sei nutzlos und solle töten.
Ermittlung und Festnahme
Eine eigens gebildete Sonderkommission befragte über 500 Personen und verfolgte zunächst erfolglos die Spur eines Verdächtigen mit dem Spitznamen „Dread”. Den entscheidenden Hinweis lieferte am 3. Juni 1996 eine obdachlose Frau, die er zuvor angegriffen hatte, weil sie sich geweigert hatte, mit ihm mitzugehen. Sie erkannte ihn wieder und alarmierte eine Polizeistreife, die ihn auf einem Fahrrad antraf, einen Kanister Benzin bei sich. Fußabdrücke seiner Kampfstiefel stimmten mit Spuren an den Tatorten überein.
Geständnis und Prozess
Während eines Wochenendverhörs gestand er alle vier Morde und führte die Ermittler zu jedem Tatort, wo er die Taten nachstellte. Er bestritt ein rassistisches Motiv. 2003 wurde er in allen vier Fällen für schuldig befunden und zu viermal lebenslanger Haft verurteilt.
Nachwirkungen
Der Fall erregte in Miami große Aufmerksamkeit, weil die Opfer über Monate als vermeintlich unzusammenhängende Einzelfälle galten, ehe die Ermittler das Muster erkannten. Er zählt bis heute zu den prägenden Serienmordfällen Floridas der 1990er Jahre.