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Francis Heaulme

genannt „Der Rucksack-Killer"

Die Kathedrale Saint-Étienne in Metz, der Geburtsstadt von Francis Heaulme
TCY, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
11
Opfer
„Der Rucksack-Killer"
inhaftiert
SerienmörderMetz , Frankreich
Aktive Jahre
1984–1992

Fünfzehn Jahre saß Patrick Dils für den Tod zweier achtjähriger Jungen im Gefängnis. Erst lange nach seinem Freispruch wurde Francis Heaulme für diesen Doppelmord verurteilt. Mit dem 2018 in der Berufung bestätigten Urteil stieg die Zahl der Heaulme gerichtlich zugerechneten Todesopfer auf elf.

Taten und Ermittlungen

Francis Heaulme wurde am 25. Februar 1959 in Metz geboren. Ohne festen Lebensmittelpunkt reiste er häufig per Fahrrad, Bahn oder Anhalter durch Frankreich und arbeitete zeitweise als Hilfsarbeiter. Zwischen 1984 und 1992 tötete er in verschiedenen Landesteilen. Die große geografische Streuung und seine widersprüchlichen Angaben erschwerten es, die Fälle miteinander zu verbinden.

Eine zentrale Rolle spielte der Gendarm Jean-François Abgrall. Er verglich Tatorte mit Heaulmes Reisewegen und erkannte wiederkehrende Muster in dessen Andeutungen. Heaulme beschrieb Orte und Abläufe teils auffallend genau, zog Aussagen jedoch wieder zurück oder vermischte Einzelheiten. Am 7. Januar 1992 wurde er festgenommen.

Verurteilungen

In mehreren Verfahren wurde Heaulme zunächst wegen neun Morden zu langen und mehrfach lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Die Taten reichten von Angriffen auf Erwachsene bis zur Tötung des neunjährigen Joris Viville. Einige Verbrechen beging er gemeinsam mit anderen Tätern.

Besonders folgenreich war der Doppelmord an Cyril Beining und Alexandre Beckrich bei Montigny-lès-Metz im September 1986. Zunächst wurde der damals sechzehnjährige Patrick Dils verurteilt. Nach einer Wiederaufnahme des Verfahrens sprach ihn ein Gericht 2002 frei. Heaulme, der sich am Tattag in unmittelbarer Nähe aufgehalten hatte, wurde 2017 für beide Tötungen zu lebenslanger Haft verurteilt; das Berufungsgericht bestätigte das Urteil im Dezember 2018.

Bedeutung des Falls

Der Fall zeigt zwei gegensätzliche Ermittlungsprobleme: Ein mobiler Täter konnte lange zwischen getrennt geführten Verfahren verschwinden, während sich die Justiz im Fall Dils früh auf einen falschen Beschuldigten festlegte. Heaulme bleibt in Haft. Neben den elf Verurteilungen wurde er mit weiteren ungeklärten Taten in Verbindung gebracht; Verdacht und gerichtlich festgestellte Schuld sind dabei voneinander zu trennen.

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