Francesco Sedda
- Serienmörder — Genua , Italien
- Aktive Jahre
- 1989
- Modus Operandi
- ErschießenKomplizen
Als eine Polizeistreife am 20. Februar 1989 im Zentrum von Genua einen Opel Corsa stoppte, saß Francesco Sedda am Steuer. Sein Beifahrer wurde sofort festgenommen, doch er selbst sprang aus dem Wagen und verschwand zu Fuß in einer Seitengasse, eine knappe Woche nach dem zweiten gemeinsamen Mord. Geboren wurde er 1958 in Nuoro auf Sardinien, aufgewachsen war er in Genua. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits ein verurteilter Dieb und Räuber, drogenabhängig, HIV-positiv und wegen einer schweren psychischen Erkrankung in psychiatrischer Verwahrung. Dort hatte er wenige Wochen zuvor gemeinsam mit seinem Mitinsassen Bartolomeo Gagliano die Flucht ergriffen. Innerhalb weniger Tage wurden aus den beiden Ausbrechern ein mordendes Duo. 1994 starb Francesco Sedda in psychiatrischer Verwahrung an den Folgen von Aids.
Werdegang
Über seine frühe Kindheit ist wenig bekannt, außer dass er im Alter von zwei Jahren mit seiner Familie von Nuoro nach Genua zog. Ab seinem achtzehnten Lebensjahr lebte er fast ausschließlich von Diebstählen und Überfällen, wiederholt wurde er deswegen verurteilt. Eine Drogenabhängigkeit und eine HIV-Infektion verschlechterten seine Lebensumstände zusätzlich. Ein psychiatrisches Gutachten stellte bei ihm eine schwere psychische Störung fest, woraufhin er in die forensische Anstalt Villa Medicea dell’Ambrogiana im toskanischen Montelupo Fiorentino eingewiesen wurde, ein ehemaliges Landschloss der Familie Medici, das seit dem 19. Jahrhundert als Nervenheilanstalt und später als Gerichtspsychiatrie diente. Dort lernte er den wegen eines Mordes an einer Prostituierten schuldunfähig gesprochenen Sizilianer Bartolomeo Gagliano kennen, mit dem ihn schnell eine kriminelle Nähe verband.
Flucht und die Morde an der Küste
Am 11. Januar 1989 kletterten die beiden gemeinsam über die Umfassungsmauer der Anstalt, stahlen ein Auto und flohen nach Ligurien. Am 8. Februar 1989 trafen sie an einer Raststätte an der Autobahn bei Cantalupa auf die aus Uruguay stammende, in Mailand lebende Nahir Fernandez Rodriguez, die aus nächster Nähe mit einer Pistole des Kalibers 7,65 erschossen wurde. Nur sechs Tage später, am 14. Februar 1989, stießen sie in Genua auf den unter dem Namen „Vanessa“ bekannten Francesco Panizzi, der sich gerade mit einem Freier in dessen Auto aufhielt. Diesmal drückte Bartolomeo Gagliano selbst ab. Am Folgetag verletzten die beiden eine weitere Frau namens Laura schwer, sie überlebte. Die Häufung der Taten binnen weniger Tage sowie ein anonymer Anruf bei einer Genueser Zeitung, in dem sich einer der Täter mit einer angeblich von einem Opfer übertragenen Aids-Erkrankung brüstete, ließen die Ermittler rasch nach dem entflohenen Duo fahnden.
Festnahme und erneute Flucht
Am 20. Februar 1989 steuerte Francesco Sedda einen Opel Corsa durch die Genueser Innenstadt, als eine Zivilstreife den Wagen stoppte. Während sein Komplize, bewaffnet mit einer Walther P38, sofort festgenommen wurde, floh er selbst zu Fuß und blieb zunächst untergetaucht. Erst einige Tage später stellte er sich der Polizei und wurde wie sein Komplize in eine psychiatrische Anstalt zurückgebracht. 1991 gelang ihm ein weiterer Ausbruch, bei dem er sich an einem Raubüberfall in der Provinz Genua beteiligte, ehe er erneut gefasst und in Verwahrung genommen wurde. Zuletzt war er, getrennt von seinem einstigen Komplizen, in der Gerichtspsychiatrie von Reggio Emilia untergebracht.
Tod
Francesco Sedda starb 1994 im Alter von 36 Jahren an den Folgen seiner Aids-Erkrankung. Sein Komplize Bartolomeo Gagliano überlebte ihn um mehr als zwei Jahrzehnte, entkam der Verwahrung noch mehrfach und nahm sich schließlich 2015 in einer Gefängniszelle das Leben.