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Ferdinand Gamper

genannt „Monster von Meran"

Die Passer fließt durch Meran in Südtirol, im Hintergrund der Kirchturm
Wikimedia Commons / Armin Kübelbeck · CC BY-SA 3.0
6
Opfer
„Monster von Meran"
Suizid
SerienmörderMeran , Italien
Aktive Jahre
1996
Modus Operandi
Erschießen

Innerhalb von 22 Tagen wurden in Meran und den umliegenden Orten sechs Menschen erschossen. Ferdinand Gamper, geboren am 12. September 1957 in Südtirol, wurde von den Ermittlern für die Tatserie verantwortlich gemacht. Die Presse nannte ihn „Monster von Meran“. Am 1. März 1996 erschoss er sich, als die Polizei sein Versteck in Riffian umstellte.

Werdegang

Über Gampers Biografie ist nur wenig verlässlich dokumentiert. Er lebte zurückgezogen, arbeitete unter anderem als Hirte und hielt sich zuletzt in einem umgebauten Heuschober bei Riffian auf. Ermittler prüften, ob deutsch-nationalistische und gegen italienischsprachige Südtiroler gerichtete Einstellungen ein Motiv waren. Diese Deutung blieb umstritten und erklärt die gesamte Auswahl seiner Opfer nicht eindeutig.

Taten

Am 8. Februar 1996 erschoss er in Meran den 61-jährigen deutschen Bundesbank-Beamten Hans-Otto Detmering sowie dessen 50-jährige italienische Geliebte Clorinda Cecchetti. Am 14. Februar 1996 tötete er in Sinich den Landarbeiter Umberto Marchioro, am 27. Februar 1996 im Zentrum Merans den 36-jährigen Paolo Vecchiolini. Am 1. März 1996 erschoss er in Riffian seinen Nachbarn, den Maurer Tullio Melchiori, und kurz darauf während eines Feuergefechts mit der Polizei den Carabinieri-Marschall Guerrino Botte. An mehreren Tatorten hinterließ er Zettel mit rassistischen und wirren Inhalten in deutscher Sprache.

Ermittlung und Belagerung

Die Ermittler vermuteten zunächst wirtschaftliche Motive oder ein Eifersuchtsdrama und nahmen zeitweise fälschlich einen Verdächtigen namens Luca Nobile fest, der später entlastet wurde. Erst nach dem vierten Mord geriet er ins Visier der Fahnder, woraufhin der Bürgermeister von Meran, Franz Alber, den Bewohnern eine freiwillige Ausgangssperre empfahl. Nach dem letzten Doppelmord vom 1. März 1996 verschanzte er sich in seinem umgebauten Heuschober in Riffian. Ein großes Polizeiaufgebot umstellte das Gebäude. Bei dem Zugriff wurde Gamper tot gefunden; er hatte sich erschossen.

Nachwirkungen

Das genaue Motiv der Tatserie blieb bis heute umstritten. Fünf der sechs Opfer waren italienischsprachig, weshalb die Ermittler von einem ethnisch und nationalistisch motivierten Hass ausgingen, auch wenn sich dies nie abschließend beweisen ließ. Der Fall belastete das ohnehin sensible Verhältnis zwischen der deutsch- und italienischsprachigen Bevölkerung Südtirols und wurde in beiden Sprachgruppen jahrelang unterschiedlich gedeutet.

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