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Eugen Weidmann

Polizeiliches Erkennungsfoto von Eugen Weidmann, 1937
Police judiciaire, restauriert von Jebulon, via Wikimedia Commons · Public Domain
6
Opfer
hingerichtet
SerienmörderParis , Frankreich
Aktive Jahre
1937

Tausende Schaulustige drängten sich am 17. Juni 1939 vor dem Gefängnis von Versailles, als Eugen Weidmann unter der Guillotine starb. Die öffentliche Vollstreckung blieb die letzte ihrer Art in Frankreich. Zuvor hatte das Gericht den gebürtigen Frankfurter wegen sechs Morden verurteilt, die er 1937 mit falschen Stellenangeboten und Geldgeschäften vorbereitet hatte.

Werdegang

Seine Kindheit war von Diebstählen geprägt, mit 16 Jahren kam er in eine Erziehungsanstalt. Als junger Mann wanderte er nach Kanada aus, betrog dort seinen Arbeitgeber und wurde nach Deutschland abgeschoben. Wegen eines Überfalls auf einen Bankier saß er anschließend mehrere Jahre in Deutschland im Gefängnis. Dort lernte er unter anderem Roger Million und Fritz Frommer kennen, die später an seinen Verbrechen in Frankreich beteiligt waren beziehungsweise selbst zu seinem Opfer wurden.

Taten

Ab Sommer 1937 lockte er in Paris und Umgebung wohlhabende oder arglose Menschen unter dem Vorwand von Stellenangeboten oder Geldgeschäften in seine Gewalt. Sein erstes Opfer war die 22-jährige New Yorker Balletttänzerin Jean de Koven, die er im Juli 1937 in einer Villa in La Celle-Saint-Cloud erwürgte, die Leiche wurde erst nach seiner Festnahme im Dezember gefunden. Es folgten der Chauffeur Joseph Couffy (erschossen am 6. September 1937 in einem Waldstück bei Tours), das Zimmermädchen Janine Keller (erschossen am 4. Oktober 1937 im Wald von Fontainebleau), der frühere Theaterimpresario Roger Leblond (erschossen am 16. Oktober 1937), sein früherer Mithäftling Fritz Frommer (erschossen am 20. November 1937 in derselben Villa in La Celle-Saint-Cloud) und der Immobilienmakler Raymond Lesobre (erschossen am 27. November 1937). Die meisten Opfer wurden mit einem Schuss in den Nacken getötet und anschließend ausgeraubt.

Festnahme

Anfang Dezember 1937 nahm die Polizei nach einer Schießerei in der Villa in La Celle-Saint-Cloud fest, wobei ein Beamter verletzt wurde. Bei der Festnahme entdeckten die Ermittler auch die Leiche Jean de Kovens im Garten des Anwesens. Er legte im Verhör ein umfassendes Geständnis ab.

Prozess und Hinrichtung

Im März 1939 stand er gemeinsam mit seinem Komplizen Roger Million vor Gericht in Versailles, verteidigt vom bekannten Anwalt Vincent de Moro-Giafferi. Das Gericht verurteilte ihn zum Tode. Am 17. Juni 1939 wurde er vor den Toren des Gefängnisses von Versailles vor rund 10.000 Schaulustigen öffentlich durch die Guillotine hingerichtet. Weil Zuschauer sich anschließend mit blutgetränkten Taschentüchern Andenken sicherten, entschied die französische Regierung, künftige Hinrichtungen nur noch nicht öffentlich im Gefängnishof vollziehen zu lassen, seine Hinrichtung war damit die letzte öffentliche in der Geschichte Frankreichs. Diese Zäsur ist im Überblick zur Todesstrafe in Frankreich und dem Ende der Guillotine näher eingeordnet. Unter den Schaulustigen befand sich laut eigener späterer Aussage auch der damals 17-jährige, später als Schauspieler bekannt gewordene Christopher Lee.

Das Profil zu Jules-Alexandre Ughetto ordnet die Hinrichtung von Eugen Weidmann als Ende der öffentlichen Vollstreckungen in Frankreich ein.

Auch der verurteilte Komplize Roger Million hat ein eigenes Profil.

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