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Eugen Berwald

Das Haus Kettenhofweg 124/124a in Frankfurt am Main, Tatort des Bordellmords
Frank Behnsen, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
6
Opfer
MassenmörderFrankfurt am Main , Deutschland
Aktive Jahre
1994

In der Nacht vom 15. auf den 16. August 1994 erdrosselten Eugen Berwald und seine Frau Sofia in einem Edelbordell im Frankfurter Westend sechs Menschen: den Besitzer, dessen Ehefrau und vier russische Prostituierte. Die Tat sollte zunächst wie das Werk der russischen Mafia aussehen.

Werdegang

Berwald wurde 1970 in Moldawien geboren und kam als Einwanderer nach Deutschland. Zum Tatzeitpunkt war er 25 Jahre alt.

Die Tat

Berwald und seine Frau Sofia drangen in das im Haus Kettenhofweg 124a in Frankfurt-Westend gelegene Edelbordell ein, um es auszurauben. Der Betreiber Gabor Bartos, ein Ungar, kehrte während des Überfalls von einem Spaziergang mit seinem Hund zurück und ertappte das Paar. Um keine Zeugen zurückzulassen, erdrosselten die beiden daraufhin alle im Haus anwesenden Personen mit Elektrokabeln: Bartos selbst in der Sauna, seine Frau und Mitbetreiberin Ingrid Bartos sowie die Prostituierten Marina Erokina und Veronika Sorokina im Keller beziehungsweise ersten Obergeschoss, Yelena Starikova ebenfalls im ersten und Olga Lucina im zweiten Obergeschoss.

Ermittlung und Festnahme

Die Polizei vermutete zunächst russische Organisierte Kriminalität hinter der brutalen Tat. Zwei Tage später, am 18. August 1994, wurden Eugen und Sofia Berwald von einem Spezialeinsatzkommando der bayerischen Polizei festgenommen. Bei der Festnahme trug er die Rolex-Armbanduhr des toten Bartos und hatte kurz zuvor 22.500 Mark bar für ein neues Auto bezahlt. In der gemeinsamen Wohnung fanden die Ermittler zudem Louis-Vuitton-Taschen der getöteten Ingrid Bartos sowie weitere Dokumente der Opfer.

Prozess

1996 stand Berwald vor einem Frankfurter Gericht. Er behauptete, tatsächlich hätten russische Mafiosi die Morde begangen, das Gericht folgte dieser Version jedoch nicht. Er wurde wegen sechsfachen Mordes zu 25 Jahren Haft verurteilt. Seine Frau Sofia erhielt wegen Raubes sechs Jahre Freiheitsstrafe, da das Gericht sie an den eigentlichen Tötungen als nicht direkt beteiligt ansah.

Nachwirkungen

Über den weiteren Verbleib Eugen Berwalds nach Verbüßung oder möglicher vorzeitiger Entlassung aus der Haft ist nichts dokumentiert. Der Fall gehört zu den brutalsten Gewaltverbrechen der 1990er Jahre in Frankfurt am Main und blieb wegen der zunächst vermuteten Mafia-Spur lange in den Schlagzeilen.