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Erwin Mikolajczyk

Das Amtsgericht Euskirchen, wo Mikolajczyk 1994 seine Tat verübte
Wikoli, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
6
Opfer
Suizid
AmokläuferEuskirchen , Deutschland
Aktive Jahre
1994

Erwin Mikolajczyk wurde 1954 geboren und nahm sich am 9. März 1994 in Euskirchen das Leben. An diesem Tag erschoss er im dortigen Amtsgericht sechs Menschen, darunter den Richter, der ihn kurz zuvor verurteilt hatte, und seine frühere Lebensgefährtin, bevor er sich selbst mit einer Bombe tötete.

Vorgeschichte

Er lebte im Euskirchener Ortsteil Wißkirchen, besaß eine legale Waffensammlung und galt in seinem Umfeld als hochaggressiv. Bereits ein Jahr vor der Tat hatte sein eigener Bruder die Polizei gewarnt, er sei gefährlich, auch ein Warnschreiben eines früheren Arbeitgebers aus dem Jahr 1991 blieb ohne Konsequenzen. Wegen gefährlicher Körperverletzung an seiner Ex-Freundin Vera Lamesic stand er am 9. März 1994 vor dem Amtsgericht Euskirchen. Das Gericht erhöhte die zunächst vorgesehene Geldstrafe von 4.000 auf 7.200 Mark, was er als Provokation empfand.

Die Tat

Kurz vor 13 Uhr verließ er nach der Urteilsverkündung zunächst den Verhandlungssaal, kehrte jedoch bewaffnet mit einem Revolver Kaliber .45 und einer selbstgebauten Bombe zurück. Auf dem Flur der Gerichtsnebenstelle erschoss er innerhalb weniger Minuten sechs Menschen: den Richter Dr. Alexander Schäfer, seine Ex-Freundin Vera Lamesic sowie deren Begleiterinnen Marianne Rübsam und Agnes Müller, dazu die beiden zufällig anwesenden Peter Preuß und Peter Kurth. Anschließend zündete er die Bombe aus seinem Rucksack und wurde durch die Wucht der Explosion selbst getötet. Mindestens sieben weitere Menschen wurden teils schwer verletzt, unter ihnen eine Staatsanwältin und ein Rechtsanwalt.

Nachwirkungen

Der Amoklauf löste bundesweit Diskussionen über den Waffenbesitz und die Sicherheit deutscher Gerichtsgebäude aus, in deren Folge an zahlreichen Gerichten Sicherheitsschleusen eingeführt wurden. Kritisiert wurde vor allem, dass Behörden trotz der Warnungen aus dem Umfeld des Täters keine Überprüfung seiner Waffenbesitzkarte veranlasst hatten. 1995 wurde der Fall unter dem Titel „Tag der Abrechnung, Der Amokläufer von Euskirchen” mit Christoph Waltz in der Hauptrolle verfilmt. Mehr zum Tathergang und den Folgen für die Gerichtssicherheit in Deutschland in der Schlagzeile Amoklauf von Euskirchen: Sechs Tote im Amtsgericht.

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