Ernesto Picchioni
- Aktive Jahre
- 1944–1947
- Modus Operandi
- ErschießenStumpfe Gewalt
Vier Tötungen konnten Ernesto Picchioni vor Gericht zugerechnet werden, zahlreiche weitere blieben Verdacht. Ein zeitgenössischer Rückblick der Zeitung L’Unità rekonstruiert die Funde an der Via Salaria, eine wissenschaftliche Aufarbeitung nennt das Strafmaß von zwei lebenslangen Strafen und 26 Jahren Haft. Die häufig wiederholte Zahl von mindestens sechs gesicherten Opfern ist damit zu hoch.
Werdegang
Ernesto Picchioni wurde 1900 im Bergdorf Ascrea in der Provinz Rieti geboren. Er kämpfte im Zweiten Weltkrieg als Partisan und stand politisch dem Kommunismus nahe, Überzeugungen, die er später als Vorwand für seine Taten missbrauchen sollte. 1944 zog er mit seiner Frau Angela Lucarelli und den vier gemeinsamen Kindern in ein verfallenes Gehöft am Kilometer 47 der Via Salaria bei Nerola in der Provinz Rom, gelegen in einer abgeschiedenen Schlucht fernab jeder Nachbarschaft.
Die Tat
Gerichtlich behandelt wurden vier Tötungen, darunter die des Rechtsanwalts Pietro Monni im Juli 1944 und des römischen Angestellten Alessandro Daddi am 3. Mai 1947. Weitere menschliche Überreste und ungeklärte Fälle begründeten einen weiter reichenden Verdacht, bewiesen wurden diese zusätzlichen Taten nicht. Das häufig beschriebene Ausstreuen von Nägeln ist in den geprüften zeitgenössischen Quellen ebenfalls nicht als gerichtlich festgestelltes Vorgehen belegt.
Festnahme und Prozess
Im Oktober 1947 führten Aussagen aus seinem eigenen Familienkreis die Behörden auf seine Spur. Am 12. März 1949 verurteilte ihn ein Gericht zu zwei lebenslangen Haftstrafen zuzüglich 26 Jahren Gefängnis.
Nachwirkungen
Er verbrachte den Rest seines Lebens im Hochsicherheitsgefängnis von Porto Azzurro auf der Insel Elba. Besuche seiner Familie lehnte er ab und drohte ihr sogar mit Gewalt, sollte sie ihn dort aufsuchen. Am 9. September 1967 starb er im Alter von 61 Jahren an Herzversagen. In der Region um Nerola ist „das Monster von der Salaria” bis heute fester Bestandteil der lokalen Kriminalgeschichte.