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Erminio Criscione

genannt „Der Amokschütze von Rivera"

Gasse im Dorf Origlio im Tessin, einem der Tatorte
Fernando Pescia, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
6
Opfer
„Der Amokschütze von Rivera"
Suizid
AmokläuferOriglio , Schweiz
Aktive Jahre
1992
Modus Operandi
Erschießen

Erminio Criscione, ein 1965 geborener italienischer Einwanderer mit Wohnsitz in Lugano, erschoss am Abend des 4. März 1992 innerhalb von etwa zwei Stunden sechs Menschen in den Tessiner Gemeinden Rivera, Origlio und Massagno. Sechs weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Die als Strage di Rivera bekannt gewordene Tat war zu ihrer Zeit bereits die dritte Mehrfachtötung innerhalb weniger Jahre in der sonst als ruhig geltenden Schweiz.

Werdegang

Er lebte und arbeitete zum Tatzeitpunkt seit Jahren im Tessin und hatte nach eigenen Angaben zunehmend Spannungen mit Arbeitskollegen. Näheres zu seiner Biografie vor der Tat ist kaum dokumentiert, in Berichten wird lediglich auf diese eskalierenden Konflikte am Arbeitsplatz als Hintergrund verwiesen.

Taten

Am Abend des 4. März 1992 bewaffnete er sich mit einer Kalaschnikow und fuhr zum Haus eines Arbeitskollegen in Origlio. Dort erschoss er vier Mitglieder von dessen Familie und verletzte drei weitere Personen. Anschließend suchte er seinen besten Freund auf und schoss ihm wortlos in beide Beine, ohne ihn zu töten. Danach griff er zwei weitere Arbeitskollegen an, unter den Verletzten war auch ein fünfjähriges Mädchen, das Schüsse in die Beine erlitt.

Festnahme und Tod

Noch am Abend des 4. März 1992 umstellten über 100 bewaffnete Polizisten den Amokschützen, der sich weinend ergab. Fünf Tage später, am 9. März 1992, erhängte er sich in seiner Zelle im Polizeigebäude mit einem an den Fenstergittern befestigten Bettlaken.

Nachwirkungen

Die Strage di Rivera gilt bis heute als eine der schwersten Amoktaten in der Schweizer Geschichte und wird in der Forschung häufig als Beispiel für einen klassischen Spree-Killer-Fall angeführt: mehrere Tötungen an verschiedenen Orten innerhalb kurzer Zeit, ohne Abkühlphase zwischen den Taten. Der Fall trug zur öffentlichen Debatte über den Zugang zu Ordonnanzwaffen in der Schweiz bei. Mehr zum Tathergang und den Opfern in der Schlagzeile Amoklauf im Tessin: Sechs Tote in Rivera, Origlio und Massagno.