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Eric James Brown

Die High Street von Rayleigh in Essex, dem Wohnort von Eric James Brown und seinem Vater zur Tatzeit 1943
Peter Rowlinson / Geograph Britain and Ireland / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
1
Opfer
frei
TotschlägerRayleigh , Großbritannien
Aktive Jahre
1943
Modus Operandi
Sprengstoffanschlag

Ein Rollstuhl explodierte mitten auf einer Straße in Essex, mit solcher Wucht, dass von dem Mann darin und seinem Gefährt zunächst nichts mehr zu finden war. Der Täter, ein 19 Jahre alter Soldat, hatte die Waffe seiner eigenen Armee gegen seinen Vater gerichtet und dabei eine der ungewöhnlichsten Tatwaffen der britischen Kriminalgeschichte des Zweiten Weltkriegs benutzt.

Werdegang

Eric James Brown wurde 1924 geboren und diente zur Tatzeit als Soldat im Suffolk Regiment. Sein Vater Archibald Brown, ein 47 Jahre alter Müller, war nach einem Motorradunfall im Alter von 24 Jahren querschnittsgelähmt und auf einen sogenannten „Bath Chair” angewiesen, einen von einer Pflegerin geschobenen Rollstuhl. Der Vater galt in der Familie als gewalttätig und misshandelte seine Angehörigen über Jahre hinweg, was bei dem Sohn nach späteren Gerichtsangaben schwere psychische Belastungen hinterließ.

Die Tat

Während seiner militärischen Ausbildung hatte Eric James Brown Zugang zu rund 200 Hawkins-75-Panzerabwehrminen in einem Armeelager im englischen Spilsby. Er entwendete eine der Minen, brachte sie unter dem Sitzkissen des väterlichen Rollstuhls an und manipulierte den Druckplattenmechanismus so, dass die Ladung erst unter dem vollen Gewicht seines Vaters auslöste. Am 23. Juli 1943 schob die Pflegerin Doris Irene Mitchell den Rollstuhl wie gewohnt über die Hockley Road in Rayleigh, etwa eine Meile vom Wohnhaus der Familie entfernt, als die Mine detonierte. Die Pflegerin erlitt Beinverletzungen, von Vater und Rollstuhl blieb nach der Explosion kaum etwas übrig.

Ermittlung

Die Ermittlungen leitete Superintendent George H. Totterdell von der Essex CID. Der Zugriff des Verdächtigen auf das Hawkins-Minenlager sowie sein auffälliges Verhalten in den Tagen vor der Tat lenkten den Verdacht rasch auf ihn. Er gestand die Tat und gab die jahrelange Misshandlung durch seinen Vater als Motiv an.

Prozess

Am 4. November 1943 verhandelte das zuständige Gericht den Fall in Chelmsford. Das Gericht befand Eric James Brown für „schuldig, aber geisteskrank” und ordnete seine Unterbringung auf unbestimmte Zeit an, formell „bis es Seiner Majestät gefalle”, eine damals übliche Formel für die zeitlich offene Verwahrung in einer psychiatrischen Einrichtung.

Nachwirkungen

Nach 32 Jahren Unterbringung wurde er 1975 im Alter von 51 Jahren entlassen. Der Fall wurde in Essex als „Rayleigh Bath Chair Murder” bekannt und gilt bis heute als eines der ungewöhnlichsten Kapitalverbrechen der britischen Kriegsgeschichte, sowohl wegen der militärischen Tatwaffe als auch wegen des seltenen Musters eines aus häuslicher Gewalt entstandenen Vatermordes.