Eric Harris
- Amokläufer — Littleton , USA
- Aktive Jahre
- 1999
- Modus Operandi
- ErschießenSprengstoffanschlagKomplizen
Eric Harris wurde am 9. April 1981 geboren. Am 20. April 1999 erschoss er gemeinsam mit Dylan Klebold an der Columbine High School im US-Bundesstaat Colorado 13 Menschen und verletzte mehr als 20 weitere, bevor er sich selbst das Leben nahm. Das Attentat gilt als eines der prägendsten der amerikanischen Kriminalgeschichte und löste eine Welle ähnlicher Taten aus, die als „Columbine-Effekt” bekannt wurde.
Werdegang
Eric Harris wurde in Wichita, Kansas, als Sohn eines Piloten der Luftwaffe geboren, dessen berufsbedingte Versetzungen die Familie mehrfach umziehen ließen, bis sie sich 1993 in Littleton bei Denver niederließ. Dort lernte er an der Ken-Caryl-Mittelschule Dylan Klebold kennen. Beide galten in ihrem Umfeld nicht als Außenseiter im klassischen Sinne, wurden jedoch später fälschlich mit einer Schülergruppe namens „Trenchcoat Mafia” in Verbindung gebracht. Im Januar 1998 wurden beide wegen eines Einbruchs in ein Auto festgenommen und durchliefen ein Bewährungsprogramm für Jugendliche. Etwa ein Jahr vor der Tat begannen sie mit der Planung eines Anschlags, der ursprünglich vor allem auf eine Sprengstoffdetonation und erst in zweiter Linie auf Schusswaffen ausgelegt war.
Tat
Am Vormittag des 20. April 1999 eröffneten Eric Harris und Dylan Klebold gegen 11:19 Uhr vor dem Westeingang der Schule das Feuer auf Schüler, darunter Rachel Scott, die dabei starb. Anschließend drangen sie ins Gebäude ein und töteten in der Cafeteria den Lehrer Dave Sanders, der zuvor Schüler in Sicherheit gebracht hatte. Der schwerste Teil der Tat ereignete sich zwischen 11:29 und 11:36 Uhr in der Schulbibliothek, wo sich rund 56 Personen aufhielten. Dort erschossen sie mehrere Schüler gezielt, bevor sie sich kurzzeitig zurückzogen und schließlich um 12:08 Uhr in der inzwischen leeren Bibliothek gemeinsam Suizid begingen. Insgesamt starben 13 Menschen, ursprünglich als überlebend geführte Verletzte erlagen teils erst Jahrzehnte später ihren Verletzungen. Die beiden hatten zudem mehrere selbst gebaute Sprengsätze in der Schule platziert, von denen die meisten nicht zündeten.
Ermittlung und Nachwirkungen
Nach der Tat fand die Polizei Tagebücher und Videoaufnahmen, in denen die beiden monatelang zuvor detaillierte Angriffspläne dokumentiert hatten, die ursprünglich weit mehr Opfer vorsahen. Die als zögerlich kritisierte Reaktion der Einsatzkräfte, die die Schule erst gut zwei Stunden nach Beginn der Schüsse vollständig stürmten, führte zu einer grundlegenden Reform der Polizeitaktik bei sogenannten Active-Shooter-Lagen in den USA. Columbine löste zudem eine bis heute andauernde gesellschaftliche Debatte über Waffenrecht, Mobbing an Schulen und die Rolle gewalthaltiger Medien aus und gilt als Blaupause für zahlreiche spätere Nachahmungstaten an amerikanischen Schulen. Die Wirkung reichte weit über die USA hinaus: Auch der britische Amokläufer Daniel Gonzalez sah in Eric Harris und seinem Komplizen ein Vorbild. Zum Tathergang selbst siehe die Schlagzeile Amoklauf an der Columbine High School: 13 Tote in Colorado.