Eric Edgar Cooke
- Aktive Jahre
- 1959–1963
- Modus Operandi
- ErschießenErstechenErwürgenEinbruchBrandstiftung
Zwei Männer wurden für Taten verurteilt, die Eric Edgar Cooke später gestand. Erst seine Aussagen verbanden die scheinbar wahllosen Schüsse, Einbrüche und Tötungen in Perth zu einer Serie. Das Australian Dictionary of Biography stützt seine Darstellung auf den Prozess vor dem Supreme Court of Western Australia und Akten der Gefängnisverwaltung. Acht Menschen starben zwischen 1959 und 1963. 1964 wurde Eric als letzter Mensch in Westaustralien hingerichtet.
Werdegang
Er kam am 25. Februar 1931 in Victoria Park, einem Vorort von Perth, zur Welt, als erstes von drei Kindern. Er wurde mit einer Lippen- und Gaumenspalte geboren, die durch zwei Operationen im Kleinkindalter zwar korrigiert wurde, aber leichte Gesichtsauffälligkeiten und eine Sprachbehinderung hinterließ. Sein Vater war Alkoholiker und schlug ihn regelmäßig, in der Schule wurde er wegen seines Aussehens gehänselt und gemobbt. Bereits mit sechs Jahren stahl er aus der Handtasche einer Lehrerin, mit 14 Jahren verließ er die Schule endgültig.
Als Jugendlicher fiel er wiederholt durch Vandalismus, Diebstähle und Brandstiftungen auf. 1949 wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt, nachdem ihm zwei Diebstähle, sieben Einbrüche und vier Brandstiftungen nachgewiesen worden waren. Nach seiner Entlassung heiratete er 1953 Sarah Lavin, mit der er sieben Kinder bekam. Nach außen hin führte die Familie ein unauffälliges Leben, während Eric nachts durch Perth streifte, in Häuser einstieg und Frauen beim Schlafen beobachtete. Ein Autounfall unter Alkoholeinfluss brachte ihm 1955 eine weitere Haftstrafe in Fremantle Prison ein, aus der er Ende 1956 entlassen wurde.
Kriminelle Aktivitäten
Ab September 1958 steigerte sich Erics Vorgehen von Einbrüchen zu Gewalttaten. Er drang nachts in Wohnhäuser wohlhabender Vororte wie Nedlands ein, weshalb ihm zunächst der Beiname „Nedlands Monster” gegeben wurde, bevor sich später „Night Caller” durchsetzte. Zwischen 1959 und 1963 tötete er mindestens acht Menschen mit unterschiedlichen Tatwaffen, darunter mehrere Kleinkalibergewehre, Messer, eine Schere und eine Axt, in einem Fall auch durch Erwürgen mit einem Lampenkabel und einmal durch gezieltes Anfahren mit einem gestohlenen Auto.
Namentlich bekannte Todesopfer (chronologisch):
- Pnina „Patricia” Berkman, 1959, erstochen
- Jillian McPherson Brewer, 1959, mit einer Axt und einer Schere getötet
- Rosemary Anderson (17), von Eric mit einem gestohlenen Auto angefahren am 19. Januar 1963, verstarb an ihren Verletzungen am 10. Februar 1963
- John Lindsay Sturkey, erschossen am 26. Januar 1963 (Nationalfeiertag Australia Day)
- George Ormond Walmsley, 1963, erschossen
- Constance Lucy Madrill, 1963, erschossen
- Shirley Martha McLeod, ein Kindermädchen, im August 1963 im Schlaf erschossen
- Brian Vincent Weir, 1963 bei einem Angriff schwer verletzt, starb 1965 an den Spätfolgen
Daneben gestand Eric nach seiner Festnahme rund 14 weitere versuchte Tötungen sowie über 250 Einbrüche, an die er sich detailliert erinnerte. Bei den Ermittlungen wurden am Ende Fingerabdrücke von mehr als 30.000 Männern genommen und über 60.000 Gewehre des Kalibers .22 auf ballistische Übereinstimmungen geprüft, eine der größten Fahndungen in der Geschichte Westaustraliens.
Ermittlung und Festnahme
Den entscheidenden Hinweis lieferte ein Kleinkalibergewehr, das Passanten im August 1963 in einem Geraldton-Wachs-Gebüsch in Mount Pleasant fanden. Ballistische Untersuchungen ordneten die Waffe dem Mord an Shirley McLeod zu. Die Polizei observierte den Fundort verdeckt, und als Eric in der Nacht zum 1. September 1963 zurückkehrte, um das Gewehr zu holen, wurde er festgenommen. Nach anfänglichem Leugnen legte er ein umfassendes Geständnis ab und führte die Ermittler zu weiteren, bis dahin ungeklärten Taten.
Prozess und Hinrichtung
Der Prozess vor dem Supreme Court of Western Australia begann am 25. November 1963. Die Verteidigung plädierte wegen einer diagnostizierten Schizophrenie auf nicht schuldig im Sinne der Unzurechnungsfähigkeit, der psychiatrische Gutachter der Anklage widersprach dieser Einschätzung jedoch. Nach etwas mehr als einer Stunde Beratung sprach die Jury Eric des Mordes an John Sturkey schuldig, am 27. November 1963 wurde er zum Tode durch Erhängen verurteilt. Am 26. Oktober 1964 wurde das Urteil im Fremantle Prison vollstreckt. Nur wenige Minuten zuvor bekräftigte er unter Eid auf der Bibel noch einmal, auch Jillian Brewer und Rosemary Anderson getötet zu haben. Er war der letzte Mensch, der in Westaustralien hingerichtet wurde. Er wurde auf dem Fremantle Cemetery beigesetzt, im selben Grabfeld wie Martha Rendell, die 1909 als letzte Frau in Westaustralien hingerichtet worden war.
Nachwirkungen
Erics Geständnisse deckten zwei schwere Justizirrtümer auf. Der gehörlose und stumme Darryl Beamish war bereits 1961 wegen des Mordes an Jillian Brewer verurteilt worden, ein Todesurteil, das später in eine Haftstrafe umgewandelt wurde. Obwohl Eric sich später auch zu dieser Tat bekannte, wiesen Gerichte seine Berufungen zunächst zurück, ein Richter bezeichnete Eric dabei als unglaubwürdigen Lügner. Erst 2005 wurde seine Verurteilung aufgehoben, 2011 erhielt er vom Staat Westaustralien eine Entschädigung.
Noch gravierender war der Fall John Button, der wegen des tödlichen Unfalls mit seiner Freundin Rosemary Anderson verurteilt worden war. Nach einem Streit war sie zu Fuß losgegangen, er folgte ihr mit dem Auto und fand sie später schwer verletzt am Straßenrand. Unter langem Verhör legte er ein Geständnis ab, das er unmittelbar danach widerrief. Trotz Erics Bekenntnis, Rosemary Anderson selbst angefahren zu haben, wurde Buttons Berufung abgewiesen. Erst eine 1998 durchgeführte Unfallrekonstruktion mit einem baugleichen Fahrzeug stützte Erics Version, 2002 hob das Berufungsgericht seine Verurteilung schließlich auf. Beide Fälle gelten in Australien bis heute als Lehrbeispiele für Fehlurteile durch erzwungene Geständnisse und wurden unter anderem in Estelle Blackburns Buch „Broken Lives” aufgearbeitet.