← Zum Verzeichnis

Éric Borel

Der Jean-der-Täufer-Brunnen in Solliès-Pont, dem Heimatort von Éric Borel, wo sein Amoklauf begann
Wikimedia Commons / Peter Potrowl · CC BY-SA 3.0
15
Opfer
Suizid
AmokläuferSolliès-Pont , Frankreich
Aktive Jahre
1995
Modus Operandi
Erschießen

Éric Borel wurde am 11. Dezember 1978 geboren. Am 23. und 24. September 1995 erschoss der damals 16-Jährige in seinem Heimatort Solliès-Pont zunächst seine Familie, danach im benachbarten Cuers wahllos Passanten auf offener Straße. Insgesamt starben 15 Menschen, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Werdegang

Über die Kindheit und Jugend von Éric Borel ist wenig dokumentiert. Er lebte mit seiner Mutter Marie-Jeanne Parenti, seinem Stiefvater Yves Bichet und seinem Halbbruder Jean-Yves Bichet in Solliès-Pont im Département Var. Ein genaues Motiv für die Tat wurde nie zweifelsfrei geklärt.

Die Tat

Am Abend des 23. September 1995 tötete Éric Borel im gemeinsamen Elternhaus in Solliès-Pont seinen Stiefvater Yves Bichet mit einem Schuss und einem Hammerschlag, seine Mutter Marie-Jeanne Parenti mit einem Kopfschuss und seinen elf Jahre alten Halbbruder Jean-Yves Bichet ebenfalls mit Schuss und Hammerschlag.

Am folgenden Morgen, dem 24. September 1995, zog er bewaffnet durch das nahe gelegene Cuers und schoss dort wahllos auf Menschen auf der Straße, an einem Geldautomaten und vor einem Zeitungskiosk. Zu den Todesopfern zählten unter anderem der 17 Jahre alte Alan Guillemette, ein Mitschüler, die 48 Jahre alte Ginette Vialette, die 77 Jahre alte Denise Otto, der 81 Jahre alte Mario Pagani und der erst 15 Jahre alte Pascal Mostacchi. Zwei weitere Verletzte, Rodolphe Incorvala und später Jeanne Laugiero sowie Pierre Marigliano, erlagen in den folgenden Wochen und Monaten ihren Schussverletzungen. Insgesamt kamen bei dem Amoklauf 15 Menschen ums Leben.

Ende

Gegen 8 Uhr morgens am 24. September 1995 erschoss sich Éric Borel unter einem Zypressenbaum vor einer Schule in Cuers selbst. Zu einer Festnahme oder einem Prozess kam es damit nicht mehr.

Nachwirkungen

Der Amoklauf von Cuers und Solliès-Pont zählt zu den folgenreichsten Gewalttaten eines Minderjährigen in der jüngeren französischen Geschichte und löste eine Debatte über den Zugang Jugendlicher zu Schusswaffen aus. Mehr zum Tathergang selbst in der Schlagzeile Amoklauf von Cuers und Solliès-Pont: 15 Tote durch einen 16-Jährigen.