Emmanuel Cartier
- Aktive Jahre
- 2002
- Modus Operandi
- Vergiftung
Emmanuel Cartier, geboren um 1965, war zusammen mit seiner Ehefrau Patricia Cartier für den Tod seiner elfjährigen Tochter Alicia verantwortlich. Am 18. August 2002 injizierte seine Frau in ihrem gemeinsamen Haus im nordfranzösischen Laversines allen fünf Kindern sowie sich selbst Insulin, während Emmanuel zeitgleich versuchte, sich selbst zu töten. Ein Gericht in Beauvais verurteilte ihn 2005 zu 15 Jahren Haft.
Werdegang
Emmanuel arbeitete als Maschinenbediener, seine Frau als Pflegerin für ältere Menschen. Das Paar lebte mit seinen fünf Kindern in Laversines, einer kleinen Gemeinde nahe Beauvais im Département Oise. Über die Jahre häuften sich bei rund 20 verschiedenen Kreditgebern, verteilt auf 21 Konsumentenkredite und 15 Kreditkarten, Schulden von etwa 250.000 Euro an, denen sich die Familie zunehmend hilflos ausgeliefert sah.
Die Tat
Am Abend des 18. August 2002 aß die Familie gemeinsam in einem Restaurant zu Abend. Zurück zu Hause erzählten die Eltern ihren fünf Kindern, sie würden ihnen zur Vorbereitung auf einen bevorstehenden Auslandsurlaub eine Impfung verabreichen. Patricia injizierte den Kindern und sich selbst Insulin, das sie zuvor aus einem Altenheim entwendet hatte. Emmanuel versuchte währenddessen, sich mit einer Klinge die Pulsadern aufzuschneiden. Bei vier Kindern und bei Patricia erwiesen sich die Insulindosen als nicht tödlich, die gemeinsame Tochter Alicia jedoch starb am 6. September 2002 im Krankenhaus von Beauvais an den Folgen der Injektion.
Prozess
Der Prozess fand im Oktober 2005 vor dem Schwurgericht in Beauvais statt. Beide Elternteile beriefen sich auf ihre Verzweiflung angesichts der übermächtigen Schuldenlast als Motiv. Am 20. Oktober 2005 verurteilte das Gericht Emmanuel zu 15 Jahren Haft, seine Frau Patricia zu zehn Jahren.
Nachwirkungen
Zu Emmanuels weiterem Schicksal nach dem Urteil, insbesondere zu einem möglichen Entlassungsdatum, ließ sich in den verfügbaren Quellen nichts Verlässliches finden. Der Fall löste in Frankreich eine breitere Debatte über Überschuldung als Auslöser für erweiterte Suizide aus, bei denen Eltern neben sich selbst auch ihre Kinder töten wollen.