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Elizabeth Jones

Der Bahnhof von Staines-upon-Thames nahe dem Tatort, an dem Elizabeth Jones 1944 beteiligt war
Sunil060902 / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
1
Opfer
TotschlägerStaines-upon-Thames , Großbritannien
Aktive Jahre
1944
Modus Operandi
ErschießenKomplizen

Ihre Hinrichtung war bereits angesetzt, als in letzter Minute eine Begnadigung sie vor dem Galgen rettete: Die 18 Jahre alte Kellnerin Elizabeth Jones wurde 1944 gemeinsam mit ihrem Komplizen wegen Mordes an einem Taxifahrer zum Tode verurteilt, ein Fall, der als Cleft-Chin-Mord in die britische Kriminalgeschichte einging.

Werdegang

Elizabeth Maud Marina Jones wurde um 1926 geboren und arbeitete als Kellnerin in London. Sie lebte getrennt von ihrem Ehemann, als sie am 3. Oktober 1944 in einem Teeladen Karl Gustav Hultén kennenlernte, einen schwedischstämmigen Deserteur der US-Armee, der sich ihr gegenüber als amerikanischer Offizier und Gangster ausgab. Von seinen erfundenen Geschichten fasziniert, ließ sie sich auf eine kurze, aber folgenschwere Beziehung mit ihm ein.

Die Verbrechensserie

In den folgenden Tagen begleitete sie ihn bei mehreren bewaffneten Überfällen: Gemeinsam beraubten sie eine Krankenschwester, die mit dem Fahrrad unterwegs war, und schlugen eine Anhalterin bewusstlos, die sie anschließend in einen Fluss warfen. Die Frau überlebte die Tat.

Der Mord an George Heath

Am 7. Oktober 1944 stiegen beide bei Knowle Green nahe Staines in das Taxi des 34 Jahre alten George Edward Heath. Ihr Begleiter erschoss den Fahrer aus nächster Nähe, während sie nach eigener späterer Aussage im Auto saß und zusah. Beide raubten dem Toten acht Pfund und ließen die Leiche im Fahrzeug zurück.

Festnahme und Prozess

Sie stellte sich kurz nach seiner Festnahme freiwillig der Polizei. Vor Gericht beschuldigten sich beide gegenseitig: Sie gab an, aus Angst vor seiner Gewaltbereitschaft gehandelt und den Mord selbst nicht vorausgesehen zu haben. Der zuständige Richter verurteilte im Januar 1945 auch sie zum Tode, die Geschworenen sprachen jedoch zugleich eine Empfehlung zur Begnadigung aus.

Begnadigung und späteres Schicksal

Die Empfehlung der Jury wurde angenommen: Ihre Todesstrafe wurde in eine Haftstrafe umgewandelt, während Karl Gustav Hultén im März 1945 gehängt wurde. Im Mai 1954 kam sie nach knapp zehn Jahren Haft frei. Über ihr weiteres Leben ist so gut wie nichts bekannt, eine spätere Fernsehdokumentation nannte 1980 als Todesjahr, ohne dass sich das bislang zweifelsfrei belegen ließ. Ob sie, inzwischen um die 100 Jahre alt, noch leben könnte, bleibt damit offen.

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