Egon Heidenberger
- Aktive Jahre
- 1980–1984
Vier Menschen verschwanden, nachdem sie Egon Heidenberger Geld oder Waren anvertraut hatten. Keine ihrer Leichen wurde gefunden. Dennoch reichte die Indizienkette für vier Mordschuldsprüche, die der Oberste Gerichtshof 1986 bestätigte.
Werdegang
Bereits vor den Morden war er wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Heiratsschwindels vorbestraft. Anders als die meisten Serientäter handelte er nach Einschätzung der Ermittler nicht aus einer psychischen Störung oder Leidenschaft heraus, sondern ausschließlich aus finanziellem Interesse: Er gewann sich zunächst das Vertrauen und das Geld seiner Opfer, ehe er sie tötete.
Taten
1980 verschwand der Welser Geschäftsmann Walter Sassmann spurlos, kurz darauf auch dessen Geschäftspartner Adolf Handl. In den folgenden Jahren verschwanden zudem die aus dem ehemaligen Jugoslawien stammenden Schmuggler Miloslav und Milojko Petronijevic, beide hatten kurz zuvor geschäftlich mit ihm zu tun gehabt. Nach eigenen, nie überprüfbaren Angaben soll er seine Opfer in mit Beton gefüllten Fässern im Traunsee versenkt oder auf einer großen Mülldeponie vergraben haben.
Ermittlung und Prozess
Am 2. Februar 1984 wurde er festgenommen, nachdem die Ermittler eine Verbindung zwischen ihm und dem seit 1980 vermissten Sassmann herstellen konnten. Da trotz umfangreicher Suche keine der vier Leichen gefunden wurde, stützte sich die Anklage vollständig auf Indizienbeweise, ein für ein Mordverfahren ungewöhnliches Vorgehen. 1985 verurteilte ihn ein Gericht dennoch wegen vierfachen Mordes zu lebenslanger Haft.
Spätere Freilassung
Er wurde später wegen einer als unheilbar diagnostizierten Krebserkrankung aus der Haft entlassen. Sein weiteres Schicksal nach der Entlassung ist öffentlich nicht dokumentiert.
Nachwirkungen
Der Fall gehört zu den wenigen Fällen der österreichischen Kriminalgeschichte, in denen eine Verurteilung wegen Mordes ganz ohne Leichenfund gelang, und wird bis heute in Dokumentationen über die spektakulärsten Kriminalfälle Österreichs aufgegriffen.