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Edwin Albert Bush

Ladenzeile in der Cecil Court in London, wo Edwin Albert Bush die Antiquitätenhändlerin Elsie May Batten tötete
Spudgun67, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
1
Opfer
hingerichtet
TotschlägerLondon , Großbritannien
Aktive Jahre
1961
Modus Operandi
Erstechen

Zwei Zeugen beschrieben der Polizei unabhängig voneinander dasselbe Gesicht, zusammengesetzt aus austauschbaren Einzelteilen eines neuartigen Baukastensystems namens Identikit. Vier Tage nach Veröffentlichung der Bilder erkannte ein Streifenpolizist den Gesuchten auf der Straße wieder. Edwin Albert Bush wurde damit zum ersten Kriminellen in der britischen Geschichte, der durch dieses Verfahren gefasst wurde.

Werdegang

Edwin Albert Bush wurde 1940 als Sohn einer Engländerin und eines Inders geboren. Mit zwölf Jahren kam er wegen schlechter familiärer Verhältnisse in staatliche Obhut, rutschte in die Kleinkriminalität ab und durchlief vor seinem 18. Geburtstag eine Erziehungsanstalt. Mit 20 Jahren lebte er in ärmlichen Verhältnissen im Süden Londons.

Die Tat

Am 3. März 1961 betrat er einen Antiquitätenladen in der Cecil Court nahe der Charing Cross Road und geriet mit der 59-jährigen Verkäuferin Elsie May Batten in einen Streit um den Preis eines Zierschwerts. Nach eigener späterer Aussage fühlte er sich durch rassistische Bemerkungen der Frau provoziert. Er griff zu einem antiken Dolch aus dem Verkaufssortiment und stach mehrfach auf sie ein, unter anderem in Rücken, Hals und Brust. Anschließend stahl er das Zierschwert, um das der Streit entbrannt war.

Ermittlung

Der Fall wurde zum ersten in Großbritannien, bei dem das neu eingeführte Identikit-Verfahren zur Fahndung eingesetzt wurde. Der Ladenbesitzer und ein weiterer Zeuge halfen unabhängig voneinander bei der Erstellung zusammengesetzter Gesichtsbilder, die anschließend an Polizei und Presse verteilt wurden. Am 16. März 1961 erkannte der Polizeibeamte Arthur John Hilton Cole den Gesuchten anhand dieser Bilder auf offener Straße wieder. Ein Handabdruck auf dem Dolch, Fingerabdrücke auf dem gestohlenen Schwert und ein passender Schuhabdruck bestätigten den Verdacht. Er gestand: „Ich hob einen Dolch auf und schlug sie in den Rücken.”

Prozess und Hinrichtung

Der Prozess fand im Mai 1961 am Old Bailey vor Richter Stevenson statt. Am 12. Mai wurde er wegen Mordes im Zusammenhang mit einem Diebstahl zum Tode verurteilt, ein Straftatbestand, der unter dem damals geltenden Homicide Act 1957 automatisch die Höchststrafe nach sich zog. Am 6. Juli 1961 wurde er im Pentonville-Gefängnis gehängt und war damit der letzte Mensch, der dort je hingerichtet wurde.

Nachwirkungen

Der Fall gilt bis heute als Meilenstein der britischen Kriminaltechnik, weil er zeigte, wie wirkungsvoll ein einfaches, aus Standardmerkmalen zusammengesetztes Phantombild eine Fahndung beschleunigen konnte, lange bevor digitale Gesichtserkennung existierte.