Edward Alexander Crowley
- Aktive Jahre
- 2000
- Modus Operandi
- Erstechen
Ein zwölfjähriger Junge ruft mitten am Tag den Notruf, doch die Vermittlerin am anderen Ende der Leitung hört nur noch seine Schreie, während auf ihn eingestochen wird. Der Angriff ereignete sich am 7. Mai 2000 vor den Augen hunderter Passanten in der belebten Markthalle von Covent Garden in London. Der Täter, ein Mann, der seinen Namen einige Jahre zuvor zu Ehren eines berüchtigten Okkultisten geändert hatte, wurde noch am Tatort von umstehenden Passanten überwältigt.
Werdegang
Der Täter wurde 1948 unter dem Namen Henry Allen Bibby geboren. Bereits 1972 erkrankte er an paranoider Schizophrenie, einer Erkrankung, die ihn sein gesamtes weiteres Leben begleitete und die mit mindestens acht dokumentierten Selbstmordversuchen einherging. Im Lauf der Jahre entwickelte er eine tiefe Faszination für den britischen Okkultisten Aleister Crowley und ließ seinen Namen im Dezember 1998 offiziell in Edward Alexander Crowley ändern.
Die Tat
Am 7. Mai 2000 griff er in Covent Garden den zwölfjährigen Diego Piñeiro-Villar und dessen 15-jährigen Halbbruder an. Er stach mit einem Küchenmesser mehr als zwanzig Mal auf den Jungen ein, der schwer verletzt auf dem Weg ins Krankenhaus starb. Der ältere Bruder wurde bei dem Angriff ebenfalls verletzt, überlebte jedoch. Vorausgegangen war offenbar eine längere Phase, in der er den Jungen beobachtet und verfolgt hatte, ohne dass dies zuvor als konkrete Gefahr erkannt worden war. Umstehende Passanten hielten ihn direkt am Tatort fest, bis die Polizei eintraf.
Prozess und Urteil
Im Februar 2001 bekannte er sich vor Gericht schuldig. Am 12. Februar 2001 verurteilte ihn das Gericht zu lebenslanger Haft. Die schwere, seit Jahrzehnten bekannte psychische Erkrankung spielte im Verfahren eine Rolle, änderte jedoch nichts an seiner grundsätzlichen strafrechtlichen Verantwortung für die Tat.
Nachwirkungen
Der Mord an dem Jungen aus der spanischen Gemeinde Londons erschütterte die Stadt und führte zu Forderungen, die Mindestverbüßungsdauer bei der Tötung von Kindern gesetzlich zu verschärfen. Freunde des Opfers setzten sich noch Jahrzehnte später dafür ein, dass Kindsmörder mindestens 30 Jahre ihrer Strafe verbüßen müssen, bevor eine Entlassung überhaupt in Betracht gezogen werden darf. Edward Alexander Crowley sitzt bis heute in Haft.