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Ed Gein

genannt „Plainfield Ghoul"

Polizeifoto von Ed Gein, 1958
Unbekannt, via Wikimedia Commons · Public Domain (PD-US-not renewed)
2
Opfer
„Plainfield Ghoul"
verstorben
SerienmörderPlainfield , USA
Aktive Jahre
1954–1957
Modus Operandi
ErschießenZerstückelung

Eine Quittung für Frostschutzmittel verband Ed Gein am 16. November 1957 mit der verschwundenen Bernice Worden. Noch am selben Tag fanden Ermittler ihre Leiche auf seiner Farm. Die Wisconsin Historical Society dokumentiert neben diesem Mord sein Geständnis zur Tötung Mary Hogans und die jahrelangen Grabschändungen.

Ed Gein tötete 1954 und 1957 zwei Frauen im Kleinstädtchen Plainfield, Wisconsin, und schändete daneben über Jahre hinweg Dutzende Gräber auf örtlichen Friedhöfen, um aus der Haut, den Knochen und weiteren Körperteilen der Toten Gegenstände wie Masken, Sitzbezüge und Kleidungsstücke anzufertigen. Weil die Polizei bei seiner Festnahme 1957 ein wahres Panoptikum menschlicher Überreste in seinem Farmhaus fand, gilt sein Fall bis heute als einer der einflussreichsten der amerikanischen Kriminalgeschichte und inspirierte unter anderem die Figuren Norman Bates in „Psycho” und Buffalo Bill in „Das Schweigen der Lämmer”.

Werdegang

Edward Theodore Gein wurde am 27. August 1906 in La Crosse, Wisconsin, geboren. Sein Vater George war Alkoholiker und beruflich erfolglos, seine Mutter Augusta Wilhelmine dagegen tief religiös und von der Überzeugung durchdrungen, fast alle Frauen außer ihr selbst seien unmoralisch und sündig. Sie erzog Ed und seinen älteren Bruder Henry mit strengen Verboten und intensiver religiöser Unterweisung. 1914 zog die Familie auf eine abgelegene Farm bei Plainfield. Der Vater starb 1940, Bruder Henry kam 1944 unter zweifelhaften Umständen bei einem Feuer auf dem eigenen Grundstück ums Leben, Ed führte die Polizei danach auffällig zielsicher direkt zur Leiche. Als die von ihm abgöttisch verehrte Mutter 1945 nach mehreren Schlaganfällen starb, verriegelte Ed ihre Zimmer im Farmhaus und begann, sich intensiv mit Anatomiebüchern und Kriminalberichten zu beschäftigen.

Kriminelle Aktivitäten

Zwischen 1954 und 1957 exhumierte er systematisch die Leichen kürzlich verstorbener, meist mittelalterlicher Frauen, deren Todesanzeigen er in der Lokalzeitung verfolgte, weil sie ihn optisch an seine Mutter erinnerten. Aus den Überresten fertigte er unter anderem zehn sorgfältig abgezogene Kopfhäute, Masken aus Gesichtshaut, einen „Anzug” aus präparierter Haut mit angedeuteten Brüsten, einen Gürtel aus Brustgewebe sowie mit Menschenhaut bezogene Stuhlsitze an. Am 8. Dezember 1954 erschoss er zudem die 51 Jahre alte Gastwirtin Mary Hogan, deren Leiche er nach Hause brachte, ein Verbrechen, das erst durch sein späteres Geständnis 1957 aufgeklärt wurde. Am 16. November 1957 erschoss er die 58 Jahre alte Eisenwarenhändlerin Bernice Worden mit einem Gewehr, enthauptete ihre Leiche und hängte den ausgeweideten Rumpf wie erlegtes Wild in seinem Schuppen auf. Kannibalismus und Nekrophilie stritt er stets ab, er habe den Verwesungsgeruch nicht ertragen können.

Ermittlung und Festnahme

Weil Bernice Worden zuletzt mit ihm gesehen worden war und eine Quittung mit seinem Namen in ihrem Laden gefunden wurde, durchsuchte die Polizei am 16. November 1957 sein Farmhaus. Dort entdeckten die Beamten Wordens enthauptete Leiche sowie das gesamte Ausmaß seiner Grabschändungen: unter anderem neun Totenmasken, vier aus Hautstreifen gefertigte Stuhlsitze, zehn abgesägte Frauenschädel und zahlreiche Behältnisse mit menschlichen Organen.

Prozess

Er wurde im November 1957 wegen Mordes angeklagt, zunächst jedoch für verhandlungsunfähig erklärt und in die Psychiatrie eingewiesen. Erst 1968 stufte ihn ein Gericht als verhandlungsfähig ein, ein Richter befand ihn in einem Verfahren ohne Geschworene des Mordes an Bernice Worden für schuldig, sprach ihn zugleich aber wegen Unzurechnungsfähigkeit von Schuld frei und ordnete die dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an.

Nachwirkungen

Er verbrachte den Rest seines Lebens in den Anstalten Central State Hospital und Mendota Mental Health Institute, wo Ärzte bei ihm eine Schizophrenie mit Wahnvorstellungen und akustischen Halluzinationen diagnostizierten. Er starb am 26. Juli 1984 im Alter von 77 Jahren an den Folgen einer Lungenkrebserkrankung. Sein Fall gilt bis heute als eine der einflussreichsten Quellen der amerikanischen Horrorkultur und wurde zuletzt 2025 in der Netflix-Serie „Monster: The Ed Gein Story” erneut aufgearbeitet.

Kriminologisch ist seine Einordnung als Serienmörder nicht unumstritten: Die gängige FBI-Definition setzt mindestens drei Morde mit einer Abkühlphase dazwischen voraus, bei ihm sind jedoch nur zwei bestätigt. In true-crime-Literatur und Populärkultur wird er dennoch nahezu durchgängig als Serienmörder geführt, meist wegen des jahrelangen, wiederkehrenden Musters aus Grabschändung und Leichenverwertung, das dieselbe psychologische Signatur zeigt wie bei klassischen Serienmördern, auch wenn nur zwei dieser Handlungen tatsächlich Morde waren.

Gary Heidnik wurde in der öffentlichen Wahrnehmung später wiederholt mit Ed Gein verglichen.

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