Earle Nelson
- Aktive Jahre
- 1926–1927
- Modus Operandi
- ErwürgenVergewaltigungEinbruch
Eine Zeitungsanzeige für ein freies Zimmer brachte Earle Nelson in die Häuser vieler Opfer. Zwischen Februar 1926 und Juni 1927 verbanden Ermittler ihn mit 22 Tötungen in den USA und Kanada. Vor Gericht stand jedoch der Mord an Emily Patterson in Winnipeg, für den er zum Tode verurteilt und am 13. Januar 1928 gehängt wurde.
Werdegang
Früh verwaist, wuchs er bei seiner streng pfingstlerisch gläubigen Großmutter auf. Im Alter von zehn Jahren erlitt er einen schweren Fahrradunfall mit Kopfverletzung, nach dem sein Verhalten nach Aussagen von Angehörigen zunehmend unberechenbar wurde. In den folgenden Jahren wurde er wiederholt in psychiatrische Einrichtungen eingewiesen und 1921 wegen eines Übergriffs auf ein Kind festgenommen.
Taten
Ab Februar 1926 tötete er in rascher Folge Frauen in mehreren US-Bundesstaaten und später auch in Kanada. Er beantwortete gezielt Zeitungsanzeigen, in denen Zimmer zur Untermiete angeboten wurden, gab sich als höflicher, gläubiger Gelegenheitsarbeiter aus und erwürgte die überwiegend älteren Vermieterinnen, sobald er mit ihnen allein war, häufig unter zusätzlicher sexueller Gewalt. Mehrere Leichen versteckte er unter Betten oder auf Dachböden der eigenen Häuser der Opfer. Zu seinen Opfern zählten unter anderem Clara Newman, Beata Withers und Emily Patterson, sein jüngstes Opfer war ein erst acht Monate altes Kleinkind.
Festnahme
Am 16. Juni 1927 wurde er im kanadischen Killarney, Manitoba, unter dem Namen „Virgil Wilson” festgenommen, nachdem die Leiche seines letzten bekannten Opfers, der jungen Lola Cowan, in seinem gemieteten Zimmer entdeckt worden war.
Prozess
Im November 1927 wurde ihm in Winnipeg wegen des Mordes an Emily Patterson der Prozess gemacht. Mehr als 60 Zeugen belasteten ihn. Die Geschworenen befanden ihn für schuldig, das Gericht verhängte die Todesstrafe.
Hinrichtung und Nachwirkungen
Er wurde am 13. Januar 1928 in Winnipeg gehängt, seine letzten Worte sollen gewesen sein, er vergebe allen, die ihm Unrecht getan hätten. Der Fall gilt als einer der ersten gut dokumentierten Beispiele eines seriell und länderübergreifend mobilen Frauenmörders und wurde in der frühen kriminologischen Forschung zur Mobilität von Serientätern häufig herangezogen.