Dorothea Puente
- Aktive Jahre
- 1982–1988
- Modus Operandi
- VergiftungVortäuschung von Hilfsbedürftigkeit
Sieben Leichen lagen im Garten ihres Hauses, angeklagt war Dorothea Puente wegen neun Tötungen, verurteilt wurde sie nur wegen drei. Der Archivführer zu den vollständigen Strafakten dokumentiert Opfer, Ermittlungen und Prozess. Ein Bundesgericht bestätigte später die Verurteilung. Die übrigen sechs Anklagepunkte endeten ohne Schuldspruch und dürfen nicht als bestätigte Opfer gezählt werden.
Werdegang
Ihre Kindheit war von Armut und Gewalt geprägt: Beide Eltern waren alkoholabhängig, der Vater starb 1937 an Tuberkulose, die Mutter 1938 bei einem Motorradunfall. Sie und ihre Geschwister kamen daraufhin in ein Waisenhaus, wo sie nach eigenen Angaben sexuell missbraucht wurde. 1945 heiratete sie erstmals, es folgten mehrere weitere Ehen, unter anderem mit Roberto Jose Puente, dessen Nachnamen sie behielt. Bereits 1948 wurde sie wegen Scheckbetrugs verurteilt, 1978 erneut, weil sie unrechtmäßig Schecks ihrer Untermieter eingelöst hatte. Trotz dieser Vorstrafen genoss sie in Sacramento den Ruf einer resoluten, hilfsbereiten älteren Dame, die sich um Obdachlose, Alkoholiker und psychisch Kranke kümmerte.
Taten
An der Ecke 15th und F Street betrieb sie ein Pensionshaus, in das ihr das Sozialamt gezielt bedürftige Mieter vermittelte. Sie half ihnen offiziell beim Ausfüllen von Anträgen für Sozialleistungen, verlangte im Gegenzug aber, dass die Schecks über sie liefen, angeblich zur Verwaltung der Mietkosten. Mehrere Bewohner starben in der Folge an Medikamentenüberdosen, die sie ihnen unbemerkt verabreichte, meist Codein oder das Schlafmittel Flurazepam. Die Leichen begrub sie im Garten des Hauses oder entsorgte sie in der Nähe, während sie die Rentenschecks der Toten weiter einlöste.
Ihr werden neun Todesfälle zugeschrieben, verurteilt wurde sie am Ende jedoch nur wegen dreien:
- Ruth Munroe (61), April 1982, Codein-Überdosis
- Everson Theodore Gillmouth (77), gestorben um September 1985, seine Leiche wurde in einer Kiste im Sacramento River gefunden
- Leona Carpenter (78), Februar 1987
- James Gallop (62), Juli 1987
- Vera Faye Martin (61), Oktober 1987
- Dorothy Miller (65), Oktober 1987, unter einer Betonschicht im Garten vergraben
- Benjamin Fink (55), März/April 1988
- Alvaro Gonzales Montoya (51), August 1988
- Betty Mae Palmer (78), November 1988
Entdeckung und Festnahme
Im November 1988 wurden Sozialarbeiter misstrauisch, nachdem Montoya spurlos verschwunden war. Ein ehemaliger Mieter warnte einen Polizisten heimlich: „Sie will, dass ich dich anlüge.” Am 11. November 1988 begannen Ermittler, den Garten des Anwesens zu durchsuchen, und stießen dabei auf die erste von mehreren vergrabenen Leichen. Sie floh nach Los Angeles, wurde jedoch wenige Tage später von einem Mann erkannt, der sie aus einer Fernsehreportage wiedererkannte, und unter dem Alias „Donna Johansen” in einem Motel festgenommen.
Prozess
Der Prozess begann im Februar 1993 und zog sich über mehrere Monate. Die Geschworenen konnten sich nach elftägiger Beratung nur in drei der neun Anklagepunkte auf ein Urteil einigen, in den übrigen sechs Fällen blieben begründete Zweifel bestehen. Am Ende wurde sie wegen dreifachen Mordes an Benjamin Fink, Leona Carpenter und Dorothy Miller verurteilt und am 10. Dezember 1993 zu lebenslanger Haft ohne Bewährungsmöglichkeit verurteilt.
Nachwirkungen
Sie starb am 27. März 2011 im Alter von 82 Jahren im kalifornischen Frauengefängnis Chowchilla an natürlichen Ursachen. Der Fall gilt als eines der bekanntesten Beispiele dafür, wie systematischer Betrug an Sozialleistungen mit Mord verbunden werden kann, und veränderte in Kalifornien die Kontrollpraxis von Pflege- und Pensionshäusern für bedürftige Mieter.