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Dominique Cottrez

Rathaus von Villers-au-Tertre, dem Wohnort von Dominique Cottrez
Floflo62, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
8
Opfer
frei
TotschlägerVillers-au-Tertre , Frankreich
Aktive Jahre
1989–2006
Modus Operandi
Ersticken

Dominique Cottrez, geboren 1965, tötete zwischen 1989 und etwa 2006 acht ihrer eigenen Kinder unmittelbar nach der Geburt. Die Leichen blieben bis Juli 2010 in ihrem Haus im nordfranzösischen Villers-au-Tertre verborgen, danach kam es zu einem der meistbeachteten Kriminalfälle Frankreichs jener Jahre.

Werdegang

Dominique lebte mit ihrem Ehemann in Villers-au-Tertre, einer kleinen Gemeinde im Département Nord unweit von Douai. Ihre erste Schwangerschaft verlief nach eigenen Angaben traumatisch, auch wegen ihres Übergewichts. Statt einen Arzt wegen zuverlässiger Verhütung aufzusuchen, wiederholte sich über 17 Jahre hinweg dasselbe Muster: Immer wieder wurde sie schwanger, ohne dass sie ein weiteres Kind wollte oder ihr Umfeld von der Schwangerschaft erfuhr.

Die Taten

Insgesamt acht Mal brachte sie in dieser Zeit heimlich ein Kind zur Welt und erstickte es unmittelbar danach. Die Leichen wurden in Plastiktüten verpackt: Zwei davon vergrub sie im Garten des Hauses, das zuvor ihrem verstorbenen Vater gehört hatte, sechs weitere verstaute sie in der Garage ihres eigenen Wohnhauses. Keine der Leichen wies später Gewaltspuren im Sinne äußerer Verletzungen auf, was auf den Erstickungstod unmittelbar nach der Geburt hindeutete.

Entdeckung und Ermittlung

Am 24. Juli 2010 stießen Hausbesitzer bei Gartenarbeiten auf zwei der in Plastik eingewickelten Babyleichen. Die anschließende Durchsuchung des benachbarten Grundstücks förderte in der Garage sechs weitere Leichen zutage. Dominique legte gegenüber den Ermittlungsbehörden rasch ein Geständnis ab. Ihr Ehemann wurde zwar befragt, jedoch nicht angeklagt, die Ermittler gingen davon aus, dass er über all die Jahre nichts von den wiederholten Schwangerschaften und Tötungen gewusst hatte.

Prozess

Das Hauptverfahren begann am 25. Juni 2015 vor dem Schwurgericht (Cour d’assises) im nordfranzösischen Douai unter dem Vorsitz von Richterin Anne Segond. Die Staatsanwaltschaft forderte 18 Jahre Haft. Am 2. Juli 2015 verurteilte das Gericht sie wegen achtfacher Tötung Neugeborener zu neun Jahren Freiheitsstrafe, deutlich unter der Forderung der Anklage. Die Geschworenen berücksichtigten dabei eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit, die psychiatrische Gutachter im Zusammenhang mit der jahrelangen Verdrängung und Verheimlichung der Schwangerschaften attestierten.

Nachwirkungen

Am 29. Juni 2018 ordnete das Berufungsgericht in Douai ihre bedingte Entlassung an. Der Fall löste in Frankreich eine breite gesellschaftliche Debatte über verdrängte Schwangerschaften und die psychischen Mechanismen hinter wiederholten Neonatiziden aus und wurde mehrfach in Büchern und Dokumentationen aufgearbeitet.