Dirk Palm
- Aktive Jahre
- 2012
- Modus Operandi
- Vergiftung
Dirk Palm wurde um 1975 geboren und starb am 28. März 2014 im Alter von 39 Jahren durch Suizid im Haftkrankenhaus Berlin-Plötzensee. Innerhalb weniger Wochen im Frühjahr 2012 tötete er in Berlin drei Männer mit Gammabutyrolacton (GBL), einer im Körper zu GHB umgewandelten Substanz, und beraubte sie anschließend. In der deutschen Berichterstattung wurde durchgängig nur sein anonymisierter Name „Dirk P.” verwendet.
Werdegang
Er hatte ursprünglich als Krankenpfleger und Rettungssanitäter gearbeitet und war zur Tatzeit als Referendar an einer Schule in Brandenburg tätig. Seine medizinische Vorbildung verschaffte ihm Kenntnisse über Wirkung und Dosierung von Betäubungsmitteln.
Taten
Er lernte seine Opfer in der Berliner Schwulenszene kennen und mischte ihnen unbemerkt GBL ins Getränk, ehe er sie bestahl. In der Nacht zum 27. April 2012 starb der 34-jährige Auszubildende Alexander M. in seiner Wohnung in der Holzmarktstraße in Berlin-Friedrichshain an Atemstillstand. Am 5. Mai 2012 fand ein Mitarbeiter einer Berliner Schwulenbar die Leiche des 32-jährigen Nicky M. im Darkroom der Bar. Am 15. Mai 2012 tötete Palm den 42-jährigen Peter M. in dessen Wohnung in der Weserstraße in Friedrichshain. Mindestens zwei weitere Männer überlebten vergleichbare Angriffe; einer dieser Fälle war Teil des späteren Urteils.
Ermittlung und Festnahme
Ermittler identifizierten ihn anhand von Überwachungsaufnahmen, auf denen er versuchte, mit der gestohlenen Kreditkarte eines Opfers ein Zugticket zu kaufen.
Prozess und Tod
Der Prozess begann am 22. Februar 2013. Er bestritt zunächst Kenntnisse über die Wirkung der bestellten Substanz, obwohl Ermittler nachwiesen, dass er sie gezielt online beschafft hatte. Im Juni 2013 wurde er wegen dreifachen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht stellte eine besondere Schwere der Schuld fest und schloss damit eine Entlassung nach 15 Jahren aus; Medienberichten zufolge musste Palm mit mindestens 25 Jahren Haft rechnen. Neun Monate nach dem Urteil nahm er sich am 28. März 2014 im Haftkrankenhaus Plötzensee das Leben. Er hatte seit seiner Festnahme als akut suizidgefährdet gegolten.
Nachwirkungen
Der Fall erregte über Deutschland hinaus Aufsehen, weil gezielt Männer aus der Schwulenszene betroffen waren, und wurde später unter anderem in der Netflix-Dokumentationsreihe “Crime Scene Berlin” aufgearbeitet, in der weiterhin nur sein anonymisierter Name verwendet wurde.