Deyan Deyanov
- Mörder — Los Cristianos , Spanien
- Aktive Jahre
- 2011
- Modus Operandi
- ErstechenEnthauptung
Zwischen dem Täter und seinem Opfer bestand keinerlei Verbindung, keine Vorgeschichte, kein Streit, nicht einmal ein Blick zuvor. Am Vormittag des 13. Mai 2011 betrat ein junger Bulgare ein chinesisches Geschäft im Urlaubsort Los Cristianos auf Teneriffa, griff sich wahllos ein großes Küchenmesser aus dem Regal und tötete die erste Frau, die ihm über den Weg lief. Anschließend trug er ihren abgetrennten Kopf auf die belebte Einkaufsstraße hinaus.
Werdegang
Deyan Valentinov Deyanov wurde 1983 in Bulgarien geboren. Er litt an paranoider Schizophrenie, war zum Tatzeitpunkt obdachlos, drogen- und spielsüchtig und hatte erst drei Monate zuvor eine psychiatrische Klinik verlassen. Zwei Tage vor der Tat war er wegen Belästigung kurzzeitig festgenommen worden, ohne dass die Behörden weitere Konsequenzen zogen.
Die Tat
Sein Opfer, die 60-jährige Britin Jennifer Joan Mills-Westley aus Norwich, war 2006 nach Teneriffa gezogen und besaß dort zwei Wohnungen. Am 13. Mai 2011 gegen 10:20 Uhr betrat er das Geschäft „Mas Articulos Mejor Precios” an der Avenida Juan Carlos I in Los Cristianos, in dem sie gerade einkaufte. Er griff zu einem 22 Zentimeter langen Küchenmesser und stach ihr etwa vierzehnmal in den Nacken, bevor er sie vollständig enthauptete. Anschließend verließ er das Geschäft mit dem abgetrennten Kopf in der Hand und rief auf der Straße, dies sei „mein Schatz” und „Gott ist auf Erden”.
Festnahme
Ein Sicherheitsmitarbeiter überwältigte den Täter noch am Tatort, bevor die Polizei eintraf. Er wurde noch am selben Tag festgenommen und in der psychiatrischen Abteilung des Gefängnisses Tenerife II untergebracht.
Prozess
Der Prozess vor dem Provinzgericht von Santa Cruz de Tenerife begann am 18. Februar 2013 und dauerte eine Woche. Die Staatsanwaltschaft forderte die Höchststrafe von 20 Jahren Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung, die Verteidigung plädierte auf mindestens 15 Jahre. Am 22. Februar 2013 sprach das Gericht Deyan Deyanov schuldig und verhängte die volle geforderte Höchststrafe von 20 Jahren psychiatrischer Unterbringung.
Nachwirkungen
Der Fall sorgte international für Entsetzen, weil ein völlig unbeteiligtes Urlaubsopfer mitten am helllichten Tag in einem belebten Touristenort auf derart brutale Weise getötet wurde. In Großbritannien warf die Tat zudem Fragen auf, wie ein akut psychisch erkrankter Mann kurz nach einer Klinikentlassung und trotz einer Festnahme wenige Tage zuvor unbeaufsichtigt bleiben konnte. Deyan Deyanov befindet sich weiterhin in psychiatrischer Unterbringung.